Der Spaziergang für die Figur führt in den Arne-Karlsson-Park, wo das Publikum auf die Kandidaten trifft. Begleitet und kommentiert wird der Wahlkampf von Affe Sunni und der Grinsekatze.
Mit dem Wahlkampf der Tiere untersucht das Schubert Theater, wie viel Demokratieverständnis in den tierischen Figuren steckt. Und wie weit sich animalisches Politik-Verhalten von dem menschlichen unterscheidet. Oder auch nicht.
Bekannt könnten alle Kandidaten sein: Stammen sie doch alle aus dem Repertoire des Schubert Theaters. Die zwei fetten, gierigen Maden verlassen für die Aussicht auf ein präsidiales Amt ihr Wolkenkuckkucksheim und sind zu allem bereit, um die Schlacht zu gewinnen. In ihrer Denke als auch Rhetorik ähneln sie erstaunlich stark dem ehemaligen amerikanischen Präsidenten.
Aus dem ebenso hochpolitischen Stück Oachkatzlschwoaf, in dem die im Untergrund lebenden Ratten den Aufstand gegen die privilegierten Eichkätzchen wagen, wird die Revoluzzer-Ratte Rot in die Wahlkampf-Arena entsandt, um sich für Gerechtigkeit und Gleichheit aller Tiere auszusprechen.
Eine auf den ersten Blick vielleicht seltsame Wandlung durchmacht der Eber: einst General des Chinesischen Kaisers, erscheint er für die Wahl als bayrischer Erzkonservativer. Da er aber aus dem Stück Go West! entstammt, ist diese Veränderung dann vielleicht doch nicht so wunderlich. Zumindest die geografische Richtung ist nachvollziehbar: aus dem Reich der Mitte ins bajuwarische Epizentrum.
Und dann stellt sich noch dieses mysteriöse Kaninchen zur Wahl. Es dürfte wohl aus dem Stück ALICE entschwunden sein. Jedenfalls bekommt man nicht so recht Antworten auf die gestellten Fragen. Diese Technik wird ja auch nicht selten von Politiker:innen aus der Menschenwelt praktiziert. Mal sehen, ob es für das Kaninchen reicht, so die Wahl zu gewinnen.


