Und tatsächlich wollte er in seiner kleinen Eitelkeit zur Verlobungsfeier mit dem jungen Gretchen einen anständigen Rehbraten kredenzen und ist dafür in die Wälder gezogen. Nun jedoch steht für ihn plötzlich alles auf dem Spiel – von seiner Stelle bis zur Hochzeit. Gretchen will für ihn beim Grafen um Gnade bitten, doch dessen Ruf als Schürzenjäger ist bekannt. Da kommt ein Retter in der Not, der sich als Retterin ausgeben will – oder ist es vielleicht umgekehrt oder ganz anders?
Spätestens jetzt kommt ein Verwirrspiel und Verkleidungsreigen allererster Güte in Gang, und während ein Unwetter tobt, spitzt sich die Lage für Baculus immer mehr zu. Aber bekanntlich wird eine Komödie umso komischer, je brenzliger die Situation ist …
Vielfach sind Parallelen vom „Wildschütz“ zu „Figaros Hochzeit“ gezogen worden, und tatsächlich fällt die musikalische Nähe zu Mozart auf. Schon die „Wildschütz“-Ouvertüre ist voller Esprit und Witz, pendelnd zwischen Dramatik und melodischem Liebreiz. Und so ist das gesamte Werk: voller Beziehungsreichtum und dabei volkstümlich und eingängig.
Tom Ryser, der in der Vergangenheit bereits u.a. „Kiss Me, Kate“ und „Evita“ inszeniert hat, bringt Lortzings Erfolgs-Oper auf die Bühne. Die musikalische Leitung hat Alexander Hannemann.
Die Premiere wird live von Deutschlandfunk Kultur übertragen sowie am 1. Juni als Mitschnitt von hr2-kultur gesendet.


