Manfred Karge, eine prägende Persönlichkeit des deutschsprachigen Theaters, inszeniert erstmals am Hessischen Staatstheater Wiesbaden. In der Bearbeitung von Bertolt Brecht wird die Geschichte der Antigone als Fortsetzung der Aischylos-Saga neu erzählt und bietet einen tiefen Einblick in die Themen Menschlichkeit und Macht.
Karge selbst, der dem Stück noch ein eigenes Satyrspiel und einen Epilog beigegeben hat, schreibt über Brechts Bearbeitung:
»Ungeheuer ist viel. Doch nichts / Ungeheurer als der Mensch.« Diese Worte aus Friedrich Hölderlins Übersetzung des griechischen Klassikers sind seither sprichwörtlich und fassen das Geschehen des Stückes in einem Vers. In der Familien-Saga um den Tyrannen Kreon herrschen Krieg und Gewalt, Raub, Mord und Totschlag, Rache und Verrat. Aber in der Gestalt der Antigone steht auch ›die Menschlichkeit groß auf‹.