Andreas Kriegenburg hat die „Dreigroschenoper“ neu inszeniert. Kriegenburg beschränkt sich beim Bühnenbild auf ein einziges Requisit, einen Käfig mit piefigen Leuchten und herumbaumelnden Duftbäumchen als Sinnbild der Spießigkeit, in dem die Musiker halb versenkt sitzen und der auch später als Gefängnis dient. Die Bühnenränder sind mit beweglichen farbig beleuchteten Paneelen ausgekleidet. Die Schauspieler haben mit weiß geschminkten Gesichtern und stecken in punkartigen, clownesken Kostümen, sie sind hier eher trendige gesellschaftliche Außenseiter als Lumpenproletariat. Serkan Kaya als Macheath ist eher Freak als Gangsterboss und erinnert an die Figur eines Jokers. Leider lässt sich in dieser Inszenierung ein klarer interpretatorischer Ansatz nicht erkennen, Kriegenburg setzt ganz auf Klamauk und müde Kalauer. Der Text wurde teilweise umgeändert mit dem in Düsseldorf scheinbar unvermeidlichen Lokalbezug wie Karneval und rheinischen launigen Sprüchen, mit Gekreische und übermäßigen Wiederholungen von Textpassagen, mit dezenten Publikumsbeschimpfungen. Fast war man dankbar, dass man wegen des Genuschels vom Text so wenig verstand.
Lou Strenger als Polly Peachum ist zwar stimmgewaltig, aber so ein ausdrucksloses Lied von der Seeräuberjenny hat man schon lange nicht gehört. Es ist eine Parade von einzelnen harmlosen Regieeinfällen, wie etwa den Huren als Puppen, dem Kuchenfressen, mit dem der Zickenkrieg zwischen Polly und Lucy endet. Überzeugend ist Claudia Hübbecker als ständig alkoholbedingt angeheiterte Frau Peachum. Dem Ensemble wurde viel abverlangt und es agierte mit äußerster Spielfreude. Das schien auch das Publikum zu überzeugen, das sich begeistert zeigte.

