Sein Lebtag ist er von Missbildung gezeichnet. Wie zum Trotz verkündet der missgestaltete Edelmann Alviano Salvago: »Die Schönheit sei Beute des Starken!« Dieses Motto seines Lebenswerks wird sein Unheil werden. Das von ihm kreierte künstliche Paradies will er den Mitbürgern Genuas schenken: die Insel »Elysium«. Doch was hat es auf sich mit den spurlos verschwundenen Kindern? Warum wehren sich Alvianos Freunde gegen sein Vorhaben? Alviano gerät ins Inferno emotionaler Wirrnis und politischer Ränke. Im Zentrum steht das abgründige Geheimnis seines Lebens ...
In weit ausgreifenden Melodiebögen und experimentellen harmonischen Entwicklungen bis an den Rand der Tonalität gestaltet Franz Schreker in seinem 1918 uraufgeführten Werk schillernde Seelenporträts. Inspiriert durch Symbolismus und Psychoanalyse entfaltet der zu Lebzeiten meistgespielte, ab 1933 dann als »entartet« diffamierte deutsche Komponist ein Musiktheater musikalischer wie dramatischer Grenzüberschreitung. Seine Figuren sind buchstäblich voneinander Gezeichnete. In der schonungslosen Regie des Großmeisters der Ausdeutung menschlicher Seelenqualen und unter der musikalischen Leitung des international erfolgreichen Dirigenten Stefan Soltesz verlieren sich die Protagonisten auf der Suche nach Erlösung durch Liebe und Schönheit in den Abgründen politischer Machtspiele, ungeheuerlichen Verrats und erotischer Exzesse.
Mit seiner Inszenierung von Mozarts Die Entführung aus dem Serail im Jahr 2005 an der Komischen Oper Berlin entfachte Calixto Bieito einen handfesten Opernskandal und sorgte auch mit seinen weiteren Arbeiten – darunter Madame Butterfly, Armida und Der Freischütz – für starke, durchaus verstörende Bilder. Nun fragt er mit Franz Schrekers Meisterwerk nach den letzten Tabus des erotischen Begehrens in einer zügellosen und a-moralischen Gesellschaft.


