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Die Nashörner

in Deutsches Theater Göttingen (Hauptgebäude)
Uraufführung/Premiere am 28. April 2018
Menschen beginnen, sich in Nashörner zu verwandeln. Behringer, der an einem Sonntagvormittag im Café sitzt, wird mit dieser bedrohlichen Entwicklung konfrontiert, als ein Nashorn eine Katze zertritt. Zunächst glaubt er an Sinnestäuschung, doch die Realität ist unbestreitbar.

Am nächsten Tag sorgt die befremdliche Entwicklung für heftige Diskussionen an Behringers Arbeitsplatz. Aber auch dort hat die Erosion bereits begonnen, erste Kollegen haben beschlossen, zu Nashörnern zu mutieren. Behringer findet keine Erklärung für ihr Verhalten, vermutet eine ominöse Krankheit als Ursache und verlässt seine Wohnung nicht mehr, aus Furcht vor Ansteckung. Als er schließlich an seinem Freund Hans Anzeichen einer beginnenden Transformation entdeckt und auch die von ihm verehrte Daisy erklärt, sich der Nashornherde anschließen zu wollen, setzt auch bei ihm Verunsicherung ein.

Nashörner sind geheimnisvolle Tiere, undurchschaubare, bedrohliche, zerstörerische Vertreter einer längst überkommenen Welt. Die schiere Masse ihres Körpers ist eine Behauptung, die kein Gegenargument duldet, ihre Existenz ist durch keinerlei Selbstzweifel gefährdet. Wer der Versuchung erliegt, sich ihrer Herde anzuschließen, wird Teil einer Masse, die sich von der Eigenverantwortung des Individuums verabschiedet hat.

Eugène Ionesco, der rumänisch-französische Autor (1909-1994), wurde mit »Die Nashörner« 1959 zu einem der Protagonisten des absurden Theaters. Dem Versagen des Individuums angesichts der Ideologien von Nationalsozialismus und Stalinismus begegnet er mit bitterbösem Humor und der Absage an ein realistisches Theater, das dem Gedanken der Katharsis verpflichtet ist.

Mitwirkende

Matthias Heid(Dramaturgie)
Alexander Wolf(Bühnenbild)
Ulrike Gutbrod(Kostümbild)
Jan-S. Beyer(Komponist/in)

Spielzeiten

Samstag, 28. April 2018 (Premiere / Uraufführung)
Freitag, 25. Mai 2018
Mittwoch, 30. Mai 2018

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