Die Schauspiel- und Opernregisseurin Anna-Sophie Mahler inszeniert den Abend, Louis Stiens choreografiert und Stefan Schreiber dirigiert das Staatsorchester Stuttgart. Auf der Bühne stehen in der Hauptrolle der Anna gleich mehrere Künstler*innen: Josephine Köhler, neues Ensemblemitglied am Schauspiel Stuttgart, sowie Halbsolist Louis Stiens vom Stuttgarter Ballett sind ebenso dabei wie die kanadische Electroclash-Sängerin und Musikproduzentin Peaches und die ehemalige Erste Solistin des Stuttgarter Balletts Melinda Witham.
Die sieben Todsünden von Brecht und Weill erzählt teils böse und sarkastisch die Geschichte der jungen Frau Anna, die von ihrer Familie – dargestellt durch ein Männerquartett – auf eine siebenjährige Reise geschickt wird, um Geld für ein Eigenheim zu beschaffen. Dabei ist Anna ohne Unterlass den Erwartungen einer patriarchal strukturierten Gesellschaft ausgesetzt, die von ihr Anpassung und Gehorsam erwartet.
Seven Heavenly Sins dreht das Konzept der Todsünden um und setzt ihm eine queere Lesart entgegen, in der die Freiheit des*der Einzelnen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen, an erster Stelle steht. Seven Heavenly Sins ist damit nicht nur eine zeitgenössische Aneignung der vom Katholizismus erfundenen Todsünden, sondern ebenso eine feministische Antwort auf das Autorenduo Brecht und Weill.
Ein Orchester, eine Schauspielerin, eine Performerin, ein Tänzer, vier Opernsänger, eine Charaktertänzerin, ein Tonpult und viele Lautsprecher: Die Regisseurin Anna-Sophie Mahler inszeniert mit Die sieben Todsünden / Seven Heavenly Sins eine multiperspektivische Unternehmung, in der sie zahlreiche Ästhetiken und Handschriften zu einem Abend kombiniert über Folgschaft, Widerstand und das Glück, das entsteht, wenn jemand seinen Weg gefunden hat.

