Malatesta vermittelt Don Pasquale ausgerechnet Ernestos Geliebte, Norina, die unter falscher Identität auftritt. Kaum ist die Ehe – zum Schein – geschlossen, entpuppt sich die anfangs so zauberhafte Braut als veritables Scheusal, das Don Pasquales Leben vollends auf den Kopf stellt.
Don Pasquale, 1843 im Théâtre-Italien in Paris uraufgeführt und kurz vor Donizettis tragischem geistigen Zusammenbruch entstanden, gilt als eines der letzten Meisterwerke der komischen Oper. Doch Donizetti ging in seiner Figuren-Charakterisierung weit über die Typenhaftigkeit der Commedia dell’arte hinaus. Seine Figuren sind aus Fleisch und Blut, mit all den Ambivalenzen, die dem Menschsein innewohnen. So ist Don Pasquale nicht nur ein egoistischer alter Mann, sondern auch ein einsamer Mensch, der tiefe Sehnsüchte und Obsessionen hegt und dessen Umfeld sich seine Situation eiskalt zunutze macht. Von Regisseur Christof Loy, bekannt für seine sensible Figurenzeichnung, darf man sich daher auch auf einen Don Pasquale jenseits der üblichen Buffa-Klischees freuen.

