In 'Ulrike Maria Stuart' von Elfriede Jelinek treffen zwei historische Königinnen auf zwei moderne Frauen, die in der politischen Arena um Macht und Einfluss kämpfen. Die Auseinandersetzung zwischen Elisabeth I. und Maria Stuart spiegelt sich in der Rivalität zwischen Gudrun Ensslin und Ulrike Meinhof wider, die beide zur Gewalt greifen und sich mit den Fragen von Macht und Identität auseinandersetzen.
Und sie sind zwei Terroristinnen - die glamouröse Stadtguerillera Gudrun Ensslin und die linke Vordenkerin Ulrike Meinhof. Auch nach der Inhaftierung in Stammheim ist ihre Rivalität noch nicht beendet. Gudrun Ensslin will den Triumph über Ulrike Meinhof, die totale Unterwerfung, die geistige und physische Vernichtung.
Was treibt die Frauen zur Gewalt, was ermächtigt sie, über Leben und Tod zu bestimmen, und woher kommt der Hass? Die Logik der Machtausübung scheint das Frausein auszuschließen, ein Egotrip beginnt, der im Ich-Verlust endet. Es kalauert, knirscht und karamboliert, wenn sich in Elfriede Jelineks Sprachkaskaden gesellschaftspolitische Diskurse in tollkühnen Assoziationsketten zur Unkenntlichkeit verknoten.
Mit Ulrike Maria Stuart kommt zum ersten Mal ein Stück der Nobelpreisträgerin zur Aufführung.
Inszenierung: Sylvia Sobottka Bühne und Kostüme: Anna van Leen Video: Philipp Karau, Stephanie Kayß Dramaturgie: Barbara Bily