Grenzüberschreitungen, Heimat, Zerrissenheit. In Kooperation des KlangForum Heidelberg e. V. und der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg sowie der Hochschule für Bildende Künste Dresden, dem CATS – Centrum für Asienwissenschaften und Transkulturelle Studien und dem Konfuzius-Institut Heidelberg kommt die Kammeroper »Zer-ris-sen. Wenji: Auf der Suche nach Heimat« der in Macau und Hong Kong aufgewachsenen Komponistin Bun-Ching Lam anlässlich der Eröffnung des Heidelberger CATS zur Europäischen Erstaufführung. Cai Wenji (177-250) ist eine historische Figur, Dichterin und Komponistin. Ihre »Eighteen Songs of a Nomad Flute« sind Ausdruck von Isolation und Heimweh. Das chinesische Libretto steht im Dialog mit Texten Ingeborg Bachmanns, gesprochen von Schauspiel-Absolventin Zoë Valks.
Renommierte Musiker aus China und Taiwan treten gemeinsam mit Sängern und Instrumentalisten des KlangForum Heidelberg auf. Kontrastreiche Instrumente treffen in Bun-Ching Lams zeitgenössischer Komposition aufeinander: vier europäische (Cello, Oboe, Klarinette und Schlagzeug) und vier chinesische Instrumente (u.a. Guqin, Pipa und Erhu, das zweisaitige Barbaren-Instrument).
Die Neu-Inszenierung spannt den Bogen über 18 Jahrhunderte, vom China der Han-Zeit hin zur Gegenwart, und über 8000 Kilometer, von der Mongolei nach Europa: Fragen nach Verwurzelung und Zerrissenheit stehen in einem Echoraum, der musikalisch wie szenisch erfahrbar wird.
Mit dieser Europäischen Erstaufführung begeben sich die Musiker des KlangForum Heidelberg, der SCHOLA Heidelberg und des ensemble aisthesis, unter der Leitung von Walter Nußbaum abermals ins transkulturelle Neuland: Mit eigenen Veranstaltungsformaten setzt das international konzertierende Ensemble auf weitreichende Impulse zum Verhältnis von Musik und Gesellschaft. Regisseur Johann Diel legt mit dieser Arbeit seinen Bachelor an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg ab.


