Eine Contessa, ein Marchese, drei Vogelfänger, zwei Mädchen. Wer liebt wen? Eigentlich wollen alle Damen den Vogelfänger Cecco. Doch wer wagt es, dies auszusprechen? Und bekommen kann ihn nur eine, also nimmt man am Ende – um nicht leer auszugehen – was übrigbleibt.
Gassmanns dramma giocoso basiert auf Carlo Goldonis gleichnamigem Schauspiel und wurde 1759 mit großem Erfolg in Venedig uraufgeführt. Das barocke Lustspiel will das Publikum amüsieren. Die Charaktere sind überaus modern: berechnend und kalt, dumm und narzisstisch, feig und geizig, ahnungslos und weltfremd, verlogen und blind – aber zutiefst menschlich. In ihrer Gefühlsverwirrung und Selbstüberschätzung lachen sie über sich selbst, mit uns, bis ins Heute hinein.
Florian Leopold Gassmann, geboren 1729 im heutigen Böhmen und zu Lebzeiten wohl bekannter als Mozart, hat eine »vogelgleiche« Musik geschrieben: übermütig, schlank, reaktionsschnell, elastisch, voller Esprit und Lebensfreude, heiter und turbulent.
Die Regisseurin Jean Renshaw, erstmals zu Gast, hat die subtile Komödie von den billigen Zoten des Volkstheaters befreit und Gassmanns Werk in eine magisch-poetische, leicht verfremdete Realität gehoben. Die sinnenfrohe Ausstattung von Christof Cremer, zuletzt für Bühne und Kostüme von Ingfried Hoffmanns »Die Heinzelmännchen zu Köln« und Richard Wagners »Das Rheingold« in einer Fassung für Kinder verantwortlich, mischt Historie und Heute mit federleichter Ästhetik.


