Durch unser Sprechen gestalten wir die Wirklichkeit, ob wir es wollen oder nicht. Autorinnen und Autoren haben ein feines Sensorium für diese Vorgänge. Indem sie mit und an Worten arbeiten, lassen sie uns hören, wie Mut klingt, wie Solidarität, wie Ehrlichkeit und wie die Zerstörung. Sie haben keine Angst, unbequem zu sein. Und sie halten uns einen Spiegel vor: Während wir zuhören und – im Theater – zuschauen, eröffnen sie uns Räume des Nachdenkens über das eigene Sprechen.
Rede! Das Motto des Festivals nimmt sich beim Wort: Die Eröffnung stellt Menschen in den Mittelpunkt, die etwas zu sagen haben zum Zustand Österreichs, der Welt und des Theaters. Es sprechen Christian Konrad, ehemaliger Flüchtlingskoordinator Österreichs und Mitbegründer der Plattform Menschen.Würde.Österreich sowie die Autorin und Künstlerin Stefanie Sargnagel. Fiston Mwanza Mujila und Freunde bedienen sich Antonin Artauds Theorie des „Theaters der Grausamkeit“. Der Eröffnung voraus geht die Vergabe des Ernst-Binder-Stipendiums an eine Grazer Künstlerin, die auch im Festival präsent ist.
„Mission“ von David Van Reybrouck, Gastspiel der Koninklijke Vlaamse Schouwburg (KVS) Brüssel, erzählt auf erschütternde Weise von Berufung und Zweifel, vom Leid Afrikas und der Arroganz Europas, von Menschlichkeit und der Rolle Gottes.
„JA EH! Beisl, Bier und Bachmannpreis“ von Stefanie Sargnagel offenbart den Zwiespalt einer Generation: geordnete Verhältnisse oder Laster? Pünktlichkeit, Sport, gesunde Ernährung, Einfamilienhaus, zwei Kinder und ein Golden Retriever? Oder doch durchzechte Nächte, kettenrauchend im grindigen Beisl?
„Requiem für Europa“ von Nicoleta Esinencu ist das moldawische Komplementärstück zu „Rest of Europe“: eine kritische Reflexion darüber, wie europäische und internationale Institutionen ihren Diskurs, ihre Politik und Interessen in Bezug auf Moldawien intensiviert haben und welche Auswirkungen das auf die moldawische Bevölkerung hatte.
„Der Pakt“ thematisiert die Begegnung zwischen einheimischen und ausländischen Österreicher*innen, Senior*innen und jungen Menschen. Sie wagen zu fragen: Was macht uns aus? Können und wollen wir einen Pakt für eine gemeinsame Zukunft schließen? Ein Tauschhandel von Augenblicken, unerwarteten Liedern und unerhörten Geschichten. Ein Projekt des KUNSTLABOR Graz.
Mobile Arbeitsateliers, Zwei Autor*innen – zwei Stückeinblicke, geben einen exklusiven Einblick in den Entstehungsprozess neuer Stücke. Von und mit Enis Maci und Franz-Xaver Mayr, Gerhild Steinbuch und Bernhard Fleischmann u. a.
Das vollständige Programm des Dramatikerinnenfestivals finden Sie unter www.dramatikerinnenfestival.at

