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Jenufa

in Großes Haus
Uraufführung/Premiere am 10. Februar 2018
Jenufa empfindet es als Schande, dass sie vor der Verheiratung mit Stewa ein Kind von ihm empfangen hat. Der Mord an diesem Kind bringt nicht nur ihre Ziehmutter an den Rand des Wahnsinns, sondern führt auch zu einem tragischen Verhängnis für alle Beteiligten.

Grundlegende Fragen ergeben sich daraus: Kann ein Mensch in solch einer Gemeinschaft überhaupt frei handeln? Was ist dabei als Reflex des sozialen Druckes zu werten? Welches Moralverständnis greift angesichts der Tragik der Küsterin, für die Pflichterfüllung die einzige Garantie bedeutet, akzeptiert zu werden? Sie zerbricht nach dem Mord an Jenufas Kind am inneren Konflikt zwischen Glaubensüberzeugung und Geltungsbedürfnis.

Nicht Realität an sich wird somit rekonstruiert, sondern die subjektive Realität der einzelnen Figuren, »nicht die Küsterin als Bühnengestalt, sondern die Küsterin dieses schicksalsvollen Augenblicks« formulierte Janáček. Er vertonte Preissovás Prosatext als Melodie des gesprochenen Wortes, die in der Volksmusik verwurzelt ist.

»Die Oper braucht wahres Leben.« Schon dieser Satz weist Leoš Janáček als »Realisten« unter den Musikdramatikern aus. Inspiriert von den Realisten unter den Romanciers und Dramatikern Russlands, ging er seinen eigenen musikdramatischen Weg, bei dem er weniger auf Effekt und melodisch-romantische Bögen setzte, als vielmehr auf das gesprochene Wort, bzw. die Sprachmelodie des Tschechischen.

»Jenůfa«, komponiert zwischen 1894 und 1903, ist das erste Ergebnis dieses Realismus: Die Oper zeigt eine verrohte Gesellschaft, in der soziale Strukturen nichts bedeuten, und eine Arbeitswelt, in der die Mehrheit von einigen Wenigen ausgebeutet wird. Dem rigiden Sittenkodex ihres Dorfes entsprechend, empfindet es Jenůfa als Schande, dass sie als Unverheiratete ein Kind von Stewa empfangen hat. Dass dieses Kind dann getötet wird, bringt nicht nur die Küsterin, Jenůfas Ziehmutter, an den Rand des Wahnsinns. Letztlich tragen hier alle zum Verhängnis Jenůfas bei: ihre neurotische Stiefmutter, ihr unzuverlässiger Liebhaber Stewa, der in sie verliebte Außenseiter Laca, die beschränkte Gesellschaft des Dorfes.

Janáček vertonte Preissovás Prosatext als Melodie des gesprochenen Wortes, die in der Volksmusik verwurzelt ist. In fortwährender Vorwärtsbewegung zwischen ruhigem Fließen und wildbewegtem Fortstürzen malte der tschechische Komponist ein bedrückendes Seelendrama, in das wir schon vom ersten Augenblick an mit beklemmender Intensität hineingezogen werden.

Text vom Komponisten nach der Dichtung von Gabriela Preissová (1890)

Mitwirkende

Francesco Angelico(Musikalische Leitung)
Mayke Hegger(Bühnenbild)
Henrike Bromber(Kostümbild)
Michael Lindner(Videodesign)
Ursula Benzing(Dramaturgie)
Christian Steinbock(Dramaturgie)
Dirk Thorbrügge(Lichtdesign)
Marco Zeiser Celesti(Choreografie)
Jaclyn Bermudez(Schauspieler/in)
Ulrike Schneider(Schauspieler/in)
George Oniani(Schauspieler/in)
Tobias Hächler(Schauspieler/in)
Lona Culmer-Schellbach(Schauspieler/in)
Hee Saup Yoon(Schauspieler/in)
Marta Herman(Schauspieler/in)
Karola Sophia Schmid(Schauspieler/in)
Ani Yorentz(Schauspieler/in)
Marc-Olivier Oetterli(Schauspieler/in)
Maren Engelhardt(Schauspieler/in)
Lin Lin Fan(Schauspieler/in)
Joanna Kalinowska(Schauspieler/in)
Francesco Angelico(Musikalische Leitung)
Mayke Hegger(Bühnenbild)
Henrike Bromber(Kostümbild)
Michael Lindner(Videodesign)
Bettina Frank(Lichtdesign)
Brigitta Hüttmann(Lichtdesign)
Marco Zeiser Celesti(Choreografie)
Lona Culmer-Schellbach(Schauspieler/in)
George Oniani(Schauspieler/in)
Tobias Hächler(Schauspieler/in)
Ulrike Schneider(Schauspieler/in)
Jaclyn Bermudez(Schauspieler/in)
Marc-Olivier Oetterli(Schauspieler/in)
Hee Saup Yoon(Schauspieler/in)
Marta Herman(Schauspieler/in)
Karola Sophia Schmid(Schauspieler/in)
Maren Engelhardt(Schauspieler/in)
Ani Yorentz(Schauspieler/in)
Lin Lin Fan(Schauspieler/in)
Joanna Kalinowska(Schauspieler/in)

Spielzeiten

Samstag, 10. Februar 2018 (Premiere / Uraufführung)
Samstag, 17. Februar 2018
Freitag, 23. Februar 2018
Mittwoch, 28. Februar 2018
Donnerstag, 08. März 2018
Samstag, 10. März 2018
Sonntag, 18. März 2018
Sonntag, 01. April 2018
Sonntag, 08. April 2018
Dienstag, 24. April 2018
Donnerstag, 14. Juni 2018
Donnerstag, 21. Juni 2018

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