Während Hérodiade in Salome nur die Rivalin und nicht die Tochter erkennt und Jean in seiner Zuneigung zu Salome den Zorn der gedemütigten Hérodiade und des lüsternen Ehegatten heraufbeschwört, verliert das Tetrarchenpaar Jerusalem. In den Wirren des politischen Machtvakuums gelingt es Salome und Jean noch, einander ihre Liebe zu gestehen, bevor Hérode waidwund und zurückgewiesen seine blutige Pranke ausstreckt und Hérodiade sich endlich als Mutter zu erkennen gibt – zu spät.
Jules Massenet vertonte den Stoff nach Gustave Flauberts Novelle „Hérodiade“ mit grandiosen Chorpassagen und collagenhaft changierendem Kolorit der Sphären zwischen Rom und Judäa, Mann und Frau, Erotik und Macht. Regisseur Lorenzo Fioroni erzählt die Geschichte der Hérodiade, die am Ende alles verliert – ihre Macht, um deretwillen sie zur kalten Mutter wurde und ihre Tochter, deren Liebe sie hätte erlösen können.
Oper in vier Akten. Text von Paul Milliet und Henri Grémont nach der Erzählung „Hérodias“ aus den „Trois contes“ (1877) von Gustave Flaubert. In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln. Ca. 3 Stunden, eine Pause. Empfohlen ab 16 Jahren.


