1968 nahm sich Peter Handke des Stoffes an und skizziert mit der Figur Kaspar einen Menschen, dem Sprache von »Einsagern« rabiat eingetrichtert und der mittels Sprache auf sozial-normative Linie gedrillt wird. Der Begriff »Sprachgewalt« ist hier wörtlich zu nehmen. Angesichts der Tatsache, dass inzwischen viele ihre Persönlichkeitsfindung vom oftmals gnadenlosen Urteil medialer Beobachter und Kommentatoren abhängig machen, mutet Handkes furioser »Kaspar« als geradezu prophetisch an.
Kaspar
Uraufführung/Premiere am 07. Januar 2022
Kaspar steht allein, stumm und ohne Wissen um sich selbst, bis er schließlich einen einzigen Satz herauspresst: »Ich möcht ein solcher werden wie einmal ein andrer gewesen ist.« Dieser Satz ist Teil eines deutschen Mythos‘ und basiert auf der Geschichte des 16-jährigen Kaspar Hauser, der 1828 in Nürnberg auftauchte.

Mitwirkende
Christian von Treskow(Regie)
Sandra Linde(Kostümbild)
Dorien Thomsen(Bühnenbild)
Ingo Günther(Komponist/in)
Luca Fois(Videodesign)
Oliver Held(Dramaturgie)
Manuel Michels(Lichtdesign)
Tim Knapper(Schauspieler/in)
Marion Bordat(Schauspieler/in)
Elke Borkenstein(Schauspieler/in)
Karl Walter Sprungala(Schauspieler/in)
Benedikt Voellmy(Schauspieler/in)
Spielzeiten
Freitag, 07. Januar 2022
(Premiere / Uraufführung)

