"Wenn du dabei gewesen wärst, was das für ein Affenzirkus war, mit den Behörden, bis wir dich tot gehabt haben! Du glaubst ja net, wie zäh so ein Mensch ist – auf dem Papier." - erklärt ihm ein alter Bekannter vom Amt. Nichts mehr zu machen. Einmal tot, immer tot. Sonst ginge ja die amtliche Ordnung in die Brüche. Da trifft es sich, dass Sem einem richtig Toten dessen Papiere aus der Tasche gezogen hat. Mit dem gültigen Ausweis eines biologisch Toten kann er als statistisch Toter einen Neuanfang hinlegen. Denkt Sem.
Der Verblichene war allerdings kein einwandfreies Mitglied der bürgerlichen Gesellschaft. Er war sogar eigentumsdelikthalber hinter Gittern. Egal, denkt Sem. Man kann aus jedem Leben was machen. "Du weißt vom Leben so viel wie ein Kind", hält ihm einer entgegen. Eben. Sem besteht auf seiner Sicht auf die Welt. Kompromisslos. Keiner nimmt ihm die Hoffnung. Unbeirrt geht er seinen Weg - der in die Irrenanstalt mündet.
Eine Geschichte aus der guten alten Bundesrepublik - berührend und gespickt mit wunderbar witzigen Dialogen. Und von zeitloser Aktualität - solange Menschen sich gezwungen sehen, in einer fremden Welt ihren Platz zu finden: Menschen, die "irgendwo auftauchen, wo sie nichts zu suchen haben: bei einem Fest, zu dem sie nicht eingeladen sind."
Wobei es Karl Wittlinger - jenseits des Kriegsheimkehrerdramas - um den Menschen geht, "der zwischen Hoffnung und Zwang einen persönlichen und begehbaren Lebensweg sucht" (aus einem ZEIT-Interview von 1959).
Komödie in vier Bildern mit einem Vor- und Nachspiel.

