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Kunstfest Weimar 2019: Das Weimar-Jahr

in Großes Haus
Uraufführung/Premiere am 24. August 2019
Thüringens größtes und deutschlandweit renommiertes Festival für zeitgenössische Künste bietet eine aktuelle und dezidiert politische Rezeption und Reflektion der Weimarer Kulturgeschichte. Das Kunstfest widmet sich spielerisch den verschiedenen, historisch bedeutsamen Jahrestagen der Weimarer Stadt- und Geistesgeschichte.

Das Programm umfasst insgesamt 22 szenische Projekte, acht Installationen und sieben Konzerte – darunter zehn Uraufführungen und sieben deutsche Erstaufführungen. Erstmals wird es ein »Festival im Festival« geben: Es werden neun Stummfilme mit Live-Musik gezeigt. Hinzu kommt ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Vorträgen, Diskussionen und Lesungen.

Mit der Uraufführung von Nurkan Erpulats sozialer Skulptur »Reichstags-Reenactment« wird das Kunstfest eröffnet. Im Rahmen des partizipativen Auftakt-Projektes werden Weimarer Bürger*innen und Vertreter*innen des öffentlichen Lebens kurze Ausschnitte aus Reden der Weimarer Nationalversammlung und des Berliner Reichstags bis 1933 vortragen. Bariton-Weltstar Matthias Goerne wird im Laufe des Abends mehrfach gesanglich intervenieren. Der erste Abend wird in einen Freiluft-Ball mit Live-Musik ausklingen.

Das Kunstfest-Programm sieht zehn Uraufführungen und sieben deutsche Erstaufführungen von szenischen Projekten, Installationen und Choreographien vor, unter anderem von prominenten Künstlern wie Katie Mitchell, Benjamin Verdonck und Kettly Noel. Im musikalischen Programm kann man sich auf die Uraufführung der »Sinfonia di due mondi« von Georg Alexander Albrecht freuen.

Das Thema des zum 30. Mal ausgerichteten Kunstfest Weimar ist »2019 - das Weimar-Jahr«, das sich in thematischen Clustern den verschiedenen, historisch bedeutsamen Jahrestagen der Weimarer Stadt- und Geistesgeschichte widmet: Bauhaus-Gründung, Verabschiedung der Weimarer Reichsverfassung und das 200. Jubiläum der Veröffentlichung von Goethes »West-östlicher Divan«. Hinzu kommen Gedenktage wie 80 Jahre Ausbruch des Zweiten Weltkrieges oder 30 Jahre Mauerfall.

Mit dem Schumann-Projekt »Zauberland« wird eine neue Arbeit von Katie Mitchell ihre internationale Premiere erleben. In der am legendären Pariser Theater Bouffes Du Nord uraufgeführten Produktion werden Heinrich Heines romantische Sprachbilder aus dem Liederzyklus »Dichterliebe« mit der Sehnsucht eines Kriegsflüchtlings nach der »heilen Welt« in der »Festung Europa« kurzgeschlossen.

Falk Richter stellt sich mit seiner programmatischen Arbeit »I am Europe« erstmals in Weimar vor.

Das Projekt DIE WOHNUNG EINHUNDERT fragt in einer 25-stündigen Performance danach, ob und wie die Bauhaus-Architektur die in ihr lebenden Menschen geprägt hat.

Monika Gintersdorfer und Knut Klaßen präsentieren als »artists in residence« ihr »Dauerschnellproduktionstheater«. Täglich wird geprobt und das Ergebnis in Form einer etwa 30-minütigen Performance zu erleben sein.

Das Tanzprojekt »Signifying Ghosts« des Kompanie CocoonDance besteht aus vier ästhetisch und inhaltlich aufeinander bezogenen Einzelarbeiten von vier international profilierten Choreografinnen. Mit der Uraufführung von Kettly Noels »Dialogue entre mouche et moustique« wird der Zyklus komplettiert.

Ein kuratorischer Schwerpunkt bietet die zweite Festivalwoche mit drei deutschen Erstaufführungen renommierter arabischsprachiger Bühnenkünstler. Der libanesische Choreograph Ali Chahrour stellt mit »Layl / Nacht« den ersten Teil einer neuen Trilogie vor. Mit den Projekten »Unter einem hängenden Himmel« und »Chronik einer Stadt, die wir zu kennen glauben« gastieren zwei exilsyrische Produktionen in Weimar, die dem Verhältnis von Exil und verlorengegangener Heimat nachspüren.

Eine Werkschau von vier Kurzstücken des flämischen Performers Benjamin Verdonck zeigt das Kunstfest rund um das zweite Festivalwochenende. Seine Stücke sind von anarchischem Humor, intelligenter Quertreiberei und unbändiger Fantasie geprägt.

Die fünf Bauhaus-Konzerte spüren dem Geist der Weimarer Aufbruchsjahre nach und zeichnen musikalisch-künstlerische Entwicklungslinien bis in die Gegenwart. Drei der Konzerte beschreiben den Weg von Weimar zum Black Mountain College in North Carolina.

Mit »Light Interdiction« zeigt das Kunstfest als europäische Erstaufführung drei Installationen und die Uraufführung einer Performance aktueller taiwanesischer Künstler, die auf besondere Art und Weise die Sinnesorgane ansprechen: Mit Ultraschall-Richtlautsprechern, durch Einsatz von Virtual Reality oder Lichtreflexion.

Alle Infos: www.kunstfest-weimar.de

Mitwirkende

Bodo Ramelow(Schauspieler/in)
Gregor Gysi(Schauspieler/in)
Heike Taubert(Schauspieler/in)
Birgit Diezel(Schauspieler/in)
Katrin Göring-Eckhardt(Schauspieler/in)
Matthias Goerne(Sänger/in)
Kettly Noel(Choreografie)
Rochus Aust(Komponist/in)
Falk Richter(Autor/in)
Ali Chahrour(Choreografie)
Wael Ali(Autor/in)
Wael Kadour(Autor/in)
Christoph Ritter(Musikalische Leitung)

Spielzeiten

Samstag, 24. August 2019 (Premiere / Uraufführung)
Sonntag, 25. August 2019

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