Dem Grafen Rodolfo, Sohn des ehemaligen Grundherren und inkognito unterwegs, glauben die Dörfler die Unschuldsbeteuerungen allerdings ebenso wenig wie Amina, bis diese erneut nachtwandelt und der eingefleischte kollektive Gespensterglaube auf eine hartnäckige Probe gestellt wird.
Das Motiv des Schlafwandelns hat bei Bellini zwischen schönsten Koloraturen und schwelgerischen Melodien eine utopische Kraft. Nicht die Schlüpfrigkeit der sexualmoralisch zeigefingerhebenden Gesellschaft steht im Mittelpunkt, sondern ein Eskapismus, der die Sehnsucht nach Freiheit und Aufbruch schmerzlich deutlich macht. Diesen nachtwandlerischen Topos der Romantik zwischen Idyll und Absturzkante wird Johannes Erath für die Bühne erzählen, dessen poetisch-feinsinnige Arbeiten u.a. für die Bayerische Staatsoper, das Theater an der Wien, das Teatro Massimo Palermo, die Semperoper oder die Oper Frankfurt entstanden. An der Deutschen Oper am Rhein inszenierte er 2020/21 „Vissi d'arte – Eine Liebeserklärung an die Oper“.
Melodramma in zwei Akten
Libretto von Felice Romani, nach dem Libretto von Augustin Eugène Scribe zu dem Ballet-pantomime „La Somnambule ou L’Arrivée d’un nouveau seigneur“ von Jean-Pierre Aumer
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Empfohlen ab 14 Jahren


