1936 im Exil erschienen, stellt Manns „Roman einer Karriere“ die frappierend aktuelle Frage nach der moralischen und gesellschaftlichen Verantwortung des Künstlers in Zeiten politischer Vereinnahmung. In der Bühnennbearbeitung von Tom Lanoye, die das Modellhafte des Stoffs verstärkt, spielt die Geschichte ausschließlich im Theater, auf und hinter der Bühne, vor, während und nach Theaterproben. Während hier Theater gespielt wird, Goethe, Tschechow, Shakespeare, findet „draußen“, in der realen Welt, ein politischer Machtwechsel statt. Immer stärker dringt die neue politische Wirklichkeit in den fragilen Schutzraum der Kunst ein – bis die Politik die Bühne übernimmt.
„Die zentrale Idee war die Einheit des Raumes: Alle Szenen sollten sich im Theater ereignen, um ein doppelbödiges Spiel von Proben und ‚richtigem Leben’ zu erzeugen … – ein Lied von Schein und Sein, ein Spiegelkabinett der Manipulation, Feigheit und Tapferkeit.“ (Tom Lanoye)
aus dem Niederländischen von Rainer Kersten
Inszenierung Andrea Moses
Bühnenbild Jan Pappelbaum
Kostüme Michaela Barth
Video René Liebert
Musikalische Leitung Martin Schelhaas
Dramaturgie Nina Steinhilber
Wissenschaftliche Mitarbeit Thomas Wieck

