Im letzten Augenblick hält seine Vorsicht ihn zurück, mit der linken Truppe wirklich aufzutreten. Hat er doch Aussichten auf eine vorteilhafte Heirat mit der Tochter eines bürgerlichen Bestsellerautors. Und dann sind da auch noch die Nazis, die er zwar verabscheut, die aber ab der Machtergreifung auch den kulturellen Sektor gleichschalten und somit am Ende auch für seinen Aufstieg nicht ganz unwichtig sein könnten. Viel zu spät versteht der Mime, mit wem er sich da eingelassen hat. „Ich bin doch nur ein Schauspieler“, ruft er, „was will man denn von mir?“.
Klaus Mann schrieb den Mephisto-Roman 1936 in einem knappen halben Jahr. In der Hauptrolle glänzt ein berühmter Mime, Gustaf Gründgens, unter dem Pseudonym Hendrik Höfgen. Das Ganze ist ein Schlüsselroman, der Autor kennt seine Figuren persönlich, gleichzeitig schreibt er eine zeitlose Parabel über Selbstbezogenheit und Verantwortungslosigkeit einer Klasse, die es besser wissen könnte.
Inszenierung Stephan Suschke
Bühne Momme Röhrbein
Kostüme Angelika Rieck
Musik Joachim Werner
Choreografie Hannah Moana Paul
Dramaturgie Andreas Erdmann


