Theaterkompass.de Logo

Mit eigener Stimme

in Theater im Bauturm
Uraufführung/Premiere am 20. November 2019
Die Inszenierung thematisiert die Verfolgung und den Völkermord an Sinti und Roma zwischen 1933 und 1945. Sie basiert auf der Sammlung „Voices of the Victims“, die frühe Selbstzeugnisse von Betroffenen aus zwanzig europäischen Ländern präsentiert.

Bis heute sind nur wenige solcher Zeugnisse bekannt und umso bedeutender, als sie eine Gegenerzählung zu dem von den Täterinnen und Tätern konstruierten Bild darstellen. Da die Minderheitengeschichte stets von Vorurteilen und Ausgrenzung begleitet war, bringt man auch die neuen Erkenntnisse der interdisziplinär angelegten Antiziganismusforschung nahe. Trotz seiner konzentrierten Form besticht das Werk durch eine sensibilisierte und problemorientierte Ausführung, die einen idealen Einstieg in die Thematik und zugleich eine reflektierte Gesamtdarstellung zur Geschichte der Sinti und Roma bietet.

Voices of the Victims ist eine Inszenierung von Briefen, Petitionen und Zeugenaussagen von Sinti und Roma. Das Besondere ist, dass diese Quellen in der Zeit des Nationalsozialismus und unmittelbar danach entstanden sind. Diese frühen Quellen sind sehr selten, haben aber eine besondere Anschaulichkeit. Sie zeugen von dem erfahrenen Leid, der Verfolgung und dem Völkermord auf eine anrührende Art und Weise. Das Theater TKO greift für das Stück auf eine Sammlung von zwanzig europäischen Ländern zurück, die die Historikerin Dr. Karola Fings im Rahmen von »RomArchive« kuratierte und mit der zum ersten Mal die Geschichte des Völkermordes ausschließlich aus der Perspektive der Betroffenen erzählt wird.

Die Vorstellung des Theaters TKO bewegt sich mit dem Publikum in verschiedenen Räumen des EL-DE-Hauses, insbesondere in der Gedenkstätte. Die Hoffnungen und Sehnsüchte der Opfer, ihre Individualität und ihre Selbstbehauptung im Angesicht der Vernichtung kommen ebenso zum Ausdruck wie die europäische Dimension der Verfolgung. Bewusst nutzt die Inszenierung die Mehrsprachigkeit von »Voices of the Victims«, wo die Quellen in der Originalsprache, aber auch auf Deutsch, Romanes und Kroatisch zugänglich gemacht sind.

Gesprochen wird Deutsch, Romanes, Kroatisch, Serbisch, Vietnamesisch.

Regie, Dramaturgie: Nada Kokotovic. Rauminstallation: Asja Uritskaya. Kostüme: Joanna Rybacka.

Mitwirkende

Asja Uritskaya(Bühnenbild)
Joanna Rybacka(Kostümbild)
Nedjo Osman(Schauspieler/in)
Zeljka Basic(Schauspieler/in)
Katharina Waldau(Schauspieler/in)
Klaus Nicola Holderbaum(Schauspieler/in)
Tuong Phuong(Schauspieler/in)

Spielzeiten

Mittwoch, 20. November 2019 (Premiere / Uraufführung)
Donnerstag, 21. November 2019
Dienstag, 26. November 2019

Teile den Beitrag auf

Background image of the page