Angenommen: Musik wäre die direkteste Sprache zwischen den Menschen und Nationen. Was erzählt ein Musik-Theater jetzt in einer Situation, wo ein gemeinsames Europa und seine Grundwerte so in die Krise gekommen ist? Was zeigt ein Musiktheater der kleinen, unaufwändigen Produktionen, nah an der Lebenswelt der Macher und des Publikums? Was ist noch möglich, unter dem Druck der so genannten Eurokrise und dem Erstarken von Rechtsdruck und Populismus?
Move Op zeigt vielfältige Formen eines alternativen und lustvollen Musiktheaters in Europa jenseits der großen Opernhäuser und Festivals. Move Op ist Publikumsfestival, Plattform des Austauschs, Ort der gemeinsamen, kulturübergreifenden Arbeit als Reaktion auf ein verändertes Europa. Obwohl oder gerade weil Europa immer mehr zum Synonym für Krise geworden ist, stehen die Veranstaltungen für das, was sich mit Europa lange Zeit verband: Den Reichtum, der sich aus seiner kulturellen Vielfalt und Mischung in all seiner Widersprüchlichkeit ergibt: Move Op, Europe!
- Gastspiele, Koproduktionen und Events aus 11 Nationen von Griechenland bis Schottland, Holland bis Mazedonien
- Eine Eröffnungs-Troika mit drei für das Festival entwickelten Koproduktionen
- Ein Festivalabschluss mit drei Themenevents: TransMaghreb, Hymnen und Europäisches Abendmahl
- Ein Publikumsfestival und internationales Arbeitstreffen
Aus dem Programm:
Dr. Mike Svoboda‘s Alphorn Therapy (CH/USA) bietet ein Therapieangebot der Extraklasse: Music comedy mit Mike Svoboda, dem amerikanischen Komponisten, „Posaunenvirtuosen und Allesbläser...“ (Die Zeit).
Horvaths Italienische Nacht (HU) ist Horvaths Volksstück über Rechte, Linke und die bürgerliche Mitte, neu und musikalisch arrangiert auf dem aktuellen Hintergrund von antijüdischen und nationalistischen Tendenzen in Ungarn. Es handelt sich um eine Festival-Koproduktion mit Csaba Polgár / HOPPart.
Die Zauberflöte (ES) wird in einer deutschen Erstaufführung von sechs Schauspielern a capella präsentiert. Diese sehenswerte Version von Mozarts Volksoper ist „armes Theater“ im besten Sinne, voller Vitalität, Charme und Virtuosität. Eine Produktion der Companyia Dei Furbi.
Wir (NL) ist eine deutsche Erstaufführung, die vier Männer auf der Suche nach dem (über)lebenswichtigen neuen WIR zeigt. Es ist eine Musikperformance einer der innovativsten Gruppen der Niederlande, produziert von Project Wildeman.
TransMaghreb (A/TN) ist eine Uraufführung, die eine musikalisch-literarische Lecture über die Revolutionsereignisse im arabischen Frühling bietet. Mit dabei sind der Autor und Komponist Hans Platzgumer und der tunesische DJ und Musiker Skander Besbes. Ein Festivalevent in Zusammenarbeit mit multicult.fm.
Hymnen (D) ist eine Uraufführung, die eine performative Arbeit zur Frage der Nationsbildung darstellt: Werden wir je unsere Nachbarn wählen können? Eine Produktion des Hochschulübergreifenden Zentrums Tanz.
Zum Festivalabschluss findet das Europäische Abendmahl (EU) statt, eine multi-europäische Aktion mit Publikum und Theaterleuten über unser Europa, mit Speis, Gesang und Tanz und den Weisungen des Allmächtigen. Ein Festival-Event der Neuköllner Oper.
AIRossini (Gr/D) präsentiert Rossinis Oper Il viaggio a Reims über internationale Eliten, Occupy und sozialen Widerstand. Dies ist eine Wiederaufnahme der Produktion von The Beggars‘ Operas Athen und Neuköllner Oper.

