Die Jury begründet die Entscheidung wie folgt: Vor rund drei Jahren eröffnete Erich Sidler seine Intendanz am Deutschen Theater Göttingen mit einem Auftragsstück – ein starkes Statement für zeitgenössische Autorenschaft, das auch die darauffolgenden Spielpläne nachdrücklich unterstrichen hat. In der laufenden Saison finden sich unter elf Schauspiel-Premieren sage und schreibe sechs Nachinszenierungen moderner Stücke sowie zwei Uraufführungen. Die Dramaturgie des Hauses um Chefdramaturg Matthias Heid ist für Autoren wie für Verlage ein geradezu wünschenswert guter Gesprächspartner: interessiert, aufgeschlossen, verbindlich und mit eigenen Schwerpunkten jenseits des Mainstreams. Stückprojekte werden langfristig verfolgt, und wenn sie sich für eine Spielzeit zerschlagen, so kommt die künstlerische Leitung nicht selten ein, zwei Spielzeiten später doch wieder darauf zurück – keine Selbstverständlichkeit im heutigen schnelllebigen Theaterbetrieb. Neben der deutschsprachigen ist auch die ausländische Dramatik kontinuierlich präsent, und das mit hierzulande teils noch unbekannten Autorinnen und Autoren oder durch Entdeckungen von selbst international eher selten gespielten Werken.
Einhellig hat die Jury daher entschieden, das Deutsche Theater Göttingen auszuzeichnen. Zur Jury der Stiftung des Verbandes Deutscher Bühnen- und Medienverlage gehören derzeit die Dramatiker*innen Rebekka Kricheldorf und Lutz Hübner, der Komponist Manfred Trojahn sowie die Bühnenverleger Thomas Maagh (Verlag der Autoren) und Frank Harders-Wuthenow (Boosey & Hawkes). Bernd Schmidt von Kiepenheuer Bühnenvertrieb ist Vorsitzender der Stiftung. Bisher wurden u. a. die Staatsoper Hannover sowie das Staatstheater Nürnberg ausgezeichnet.


