Hugo von Hofmannsthals Version des klassischen Stoffs (nach Sophokles) von 1903 dreht sich nicht um Rache, Recht und tragische Verstrickung, in ihr rotieren die Figuren um ein leeres Zentrum: den toten Vater. Erinnern wie Vergessen sind psychische Extremzustände, welche die drei Frauen, neben Elektra und Klytämnestra noch deren andere Tochter Chrysothemis, in mancher Hinsicht mehr zu verbinden scheinen als zu trennen. Die ekstatische Sprache, mit der die Figuren ihr Gefängnis zu sprengen versuchen, ist ihnen vom Dichter verliehen und muss sich in ihrer unerhörten Kraft schließlich doch gegen das Bild der "rasenden Frau" wenden, das ihm vorgeschwebt haben mag.
„Elektra“ ist nach Friedrich Schillers „Die Räuber“ Ulrich Rasches zweite Inszenierung.
Regie + Bühne Ulrich Rasche, Komposition + Musikalische Leitung Monika Roscher, Co-Bühnenbild Franz Dittrich, Kostüme Romy Springsguth, Licht Gerrit Jurda, Live-Musik Mariana Beleaeva + Heiko Jung + Juri Kannheiser + Fabian Löbhard + Alexander Maschke + Jenny Scherling, Dramaturgie Sebastian Huber.

