Die Bibel berichtet von der Hinrichtung Johannes des Täufers durch König Herodes um das Jahr 30. Basierend auf dieser Geschichte schrieb der irische Dichter Oscar Wilde 1893 den Einakter »Salomé«, der wegen seiner extremen Darstellung weiblicher Leidenschaft für Skandal sorgte. Richard Strauss übernahm als Libretto ohne wesentliche Änderungen die Übersetzung Hedwig Lachmanns, die die tief erfasste Psychologie der Gestalten mit bewundernswerter Einfühlsamkeit aus dem französischen Original übertrug. Mit seiner musikdramatischen Gestaltung setzte der Komponist Standards in Sachen Intensität, Expressivität und Grenzüberschreitung, die danach selten wieder erreicht wurden.
Die Inszenierung und das Bühnenbild stammen von Ulrich Schulz, der in den Hauptfiguren sehr heutige Charaktere sieht und seine Konzeption weniger auf die historischen Vorgänge, sondern auf psychologische Motivationen ausrichtet, in der die Zuschauer sich oder andere wiederfinden. Die musikalische Leitung übernimmt GMD Kimbo Ishii.

