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Josef und Maria

Uraufführung/Premiere am 06. Dezember 2019
Heiligabend nach Ladenschluss bleiben die Putzfrau Maria und der Wachmann Josef zurück. Während sie ihre unerfüllten Wünsche und geheimen Sehnsüchte miteinander teilen, entwickelt sich ein ehrliches und mutiges Gespräch über ihre Leben und die Herausforderungen des Alters.
© Karelly Lamprecht

Komisches mischt sich mit Sentimentalem, Trauriges mit Hoffnungsvollem, Gegenwart mit Vergangenheit. Am Ende feiern Josef und Maria inmitten der Luxuswelt des Konsumtempels ein spontanes „Fest der Liebe“ und schenken einander, was ihnen die Mitwelt versagt: Aufmerksamkeit, Mitgefühl, Achtung.

Soziolog*innen definieren heute ein viertes Lebensalter, das etwa mit dem Pensionsantritt beginnt und bis zum Beginn des sogenannten „hohen Greisenalters“ mit Mitte 80 noch zwei schöne Jahrzehnte beschert. Auch die Wirtschaft sieht in den fitten „best agers“ inzwischen ein kaufkräftiges Klientel, das auf Kreuzfahrten den Lebensabend genießt, lebenslanges Lernen praktiziert oder auf E-Bikes durch die Alpen brettert. Doch diese privilegierte Schicht ist so groß nicht. Trend- und Zukunftsforscher*innen prognostizieren nämlich zugleich, dass bereits 2030 ein Drittel der europäischen Bevölkerung unter Armut und schwerwiegender Einsamkeit leiden wird. Alte Menschen, von denen es immer mehr geben wird, sind besonders gefährdet.

Peter Turrinis Stück wurde vor bald 40 Jahren in Wien uraufgeführt und ist in mehr als 20 Sprachen übersetzt und weltweit aufgeführt worden. „Josef und Maria“ spielt am 24. Dezember 1991, also zu einem Zeitpunkt, als Francis Fukuyama nach dem Zusammenbruch des Ostblocks das „Ende der Geschichte“ ausrief, das aus heutiger Sicht nicht eintrat. Inzwischen ist der Klassiker auch ein prophetischer Blick in eine verstörende Zukunft, in der immer mehr ältere Menschen prekär leben und einsamer sein werden – vor der Kulisse eines Kaufhauses, das wie nichts anderes die Perversion des kapitalistischen Konsumdiktats versinnbildlicht, unter dem unsere Welt derzeit ächzt.

Peter Turrini wuchs in Maria Saal in Kärnten auf. Seit 1971 lebt er als freier Schriftsteller. 2005 wurde er zum korrespondierenden Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung gewählt und ist außerdem Mitglied der Grazer Autorenversammlung. Bekanntschaft erlangte er durch „Rozznjogd“ (1971), „Sauschlachten“ (1972) und die Fernsehserie „Alpensaga“ (1974–1979). In seinen ersten beiden Werken verwendete er Dialekt, in „Die Minderleister“ aber eine kunstvolle „hohe“ Sprache. Er schreibt Theaterstücke, Drehbücher, Gedichte, Aufsätze und Reden. Seine Werke wurden in mehrere Sprachen übersetzt, seine Theaterstücke werden weltweit gespielt.

Michael Schilhan wurde 1964 in Judenburg geboren und ist in Wartberg/Mürztal aufgewachsen. Er studierte Kulturmanagement an der Johannes Kepler Universität Linz und absolvierte Studienaufenthalte am GITIS-Institut in Moskau. Er zeichnete bereits für an die 60 Inszenierungen im Schauspiel und Musiktheater verantwortlich. 1998 erhielt Michael Schilhan beim europäischen Wettbewerb für Regie und Bühnenbild des Wagner Forum Graz den Publikumspreis und den Förderungspreis. Er ist als Vortragender u. a. am ICCM Salzburg, an der National University Taipeh, an der National University Kaohsiung, an der Tokio Voice Academy, in Osaka, Kyoto, Nagoya und Hiroshima tätig. Seit der Saison 2001.2002 ist er Künstlerischer Leiter des Grazer Jugendtheaters Next Liberty und seit 1. September 2004 dessen geschäftsführender Intendant.

Mitwirkende

Christel Mayr(Schauspieler/in)
Karl Heinz Glaser(Schauspieler/in)
Susanne Harnisch(Kostümbild)
Gaëtan Chailly(Choreografie)
Luise Rebekka Hillebrand(Bühnentechnik)
Peter Turrini(Autor/in)
Viktor Fellegi(Lichtdesign)
Karla Mäder(Dramaturgie)
Franz Solar(Schauspieler/in)
Margarethe Tiesel(Schauspieler/in)

Spielzeiten

Freitag, 06. Dezember 2019 (Premiere / Uraufführung)
Dienstag, 10. Dezember 2019
Mittwoch, 11. Dezember 2019
Freitag, 13. Dezember 2019
Mittwoch, 18. Dezember 2019
Donnerstag, 19. Dezember 2019
Samstag, 21. Dezember 2019
Samstag, 11. Januar 2020
Sonntag, 12. Januar 2020 (Matinee)
Freitag, 17. Januar 2020

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