Im Alter von gerade einmal 22 Jahren schrieb Schiller die vor Dramatik, Gefühlen und Freiheitsdrang berstende Geschichte über den Konflikt zweier ungleicher Brüder. Ayla Yeginer, seit dieser Spielzeit Hausregisseurin, inszeniert Schillers Klassiker. „Ich fand es besonders spannend zu ergründen, wie das Gefühl des Außenstehens, des am Rande der Gesellschaft Stehens, das Gefühl, zu einer Minderheit zu gehören, dazu führen kann, dass man sich zusammenschließt, um sich gemeinsam allein zu fühlen. Und warum entsteht in so einem Kontext oft eine derart negative böse Energie?
Auch der Geschwisterkonflikt zwischen Karl und Franz interessiert mich vor allem unter der Prämisse, dass kein Mensch böse geboren wird.“ In Ayla Yeginers Fassung werden aus den zwei Brüdern Bruder und Schwester: Karl und Franza. „Die bösen Motive von Franza, resultierend aus ihrer Verletzung durch Benachteiligung, werden so um eine Ebene erweitert“, erläutert Yeginer. „Franza bäumt sich als Frau gegen die Ungleichberechtigung von Vater und Gesellschaft auf.“
Neben den neuen Ensemblemitgliedern stellen sich auch vier Studierende dem Publikum vor, die im Rahmen einer Kooperation mit der Schauspielschule „Die Etage“ in Berlin eine Spielzeit engagiert sind.


