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Stilwechsel

Uraufführung/Premiere am 16. Februar 2019
Ein Stück von John Ford, einem Zeitgenossen William Shakespeares, bildet die Grundlage für das Libretto der Oper "Schade, dass sie eine Hure war" von Anno Schreier. Der Stoff ist einer Oper würdig: Inzest, Ehebruch, Liebe, Rache, Eifersucht und Intrige führen zu einem dramatischen Ende.
© Hans Jörg Michel

Giovanni und Annabella sind ein Zwillingspaar und heillos ineinander verliebt - und sie leben diese Liebe auch. Als Annabella schwanger wird, nötigen sie ihr Vater und ihr mönchischer Seelsorger, einen ihrer ungeliebten Freier zu heiraten. Als ihr Ehegatte Soranza von dem Inzest erfährt, will er sie töten, aber Giovanni kommt ihm zuvor. Neben hochdramatischen Szenen finden sich auch humoristische Elemente, etwa bei den überkandidelten Freiern und der geschwätzigen Amme.

Für seine Komposition verwendet Anno Schreier überwiegend Zitate bereits vorhandener Musikstücke quer durch alle Zeiten und Gattungen: von Dorfkapelle, Revuemusik, Orffs Carmina Burana, Tarantella, Wagner, Leonhard Bernstein, Philipp Glass, italienischer Serenadenmusik, Anklängen an Filmmusik, Operette bis zu diversen Opern. Simultan sind auch Bühne und Kostüme angelegt: da findet sich neben Renaissancefassade und Fliegenpilzkiosk wie aus dem Märchenland ein moderner Wohnzimmerkubus im Bauhausstil, passend dazu die Kostüme von der Renaissance über das Rokoko und die Bürgerkleidung des 19. Jahrhunderts bis zum modernen Businesslook. Das ist zwar sehr unterhaltsam, lenkt aber etwas vom Handlungsgeschehen ab. Im vierten und fünften Akt beruhigt sich der schnelle Szenenwechsel ein wenig. Insgesamt mutet diese Collage etwas merkwürdig an, und man fühlt sich in die "Erkennen Sie die Melodie?"-Show versetzt, das erscheint denn doch etwas zu brav. Auch der tiefere Sinn dieser Vorgehensweise will sich nicht so recht erschließen.

Die Besetzung dagegen ließ nichts zu wünschen übrig. Besonders erfreulich: alle artikulierten so deutlich, dass man ohne Mühe den noch neuen Text verstehen konnte. Hervorzuheben sind Lavinia Dames als Annabella, ein zugleich kraftvoller und lyrischer Sopran, Bogdan Talos als Mönch, Sami Luttinen als Diener Vasquez und Susan Maclean in der Rolle der komischen Putana. Jussi Mylles als Giovanni - da hätte man sich etwas mehr Verve gewünscht. Dem Orchester unter der musikalischen Leitung von Lukas Beikircher wurde aufgrund der vielen, schnellen Stilwechsel viel abverlangt, es überzeugte in ganzer Linie. Beim Publikum kam "Schade, dass sie eine Hure war" gut an und wurde mit entsprechendem Beifall belohnt.

Schade, dass sie eine Hure war
Oper in fünf Akten von Anno Schreier
Libretto von Kerstin Maria Pöhler nach dem Drama „‘Tis Pity She’s a Whore“ („Schade, dass sie eine Hure war“) von John Ford

Mitwirkende

Lukas Beikircher(Musikalische Leitung)
Jo Schramm(Bühnenbild)
Michaela Barth(Kostümbild)
Tobias Löffler(Lichtdesign)
Hella Bartnig(Dramaturgie)
Bogdan Talos(Schauspieler/in)
Richard Šveda(Schauspieler/in)
Günes Gürle(Schauspieler/in)
Sergej Khomov(Schauspieler/in)
Jussi Myllys(Schauspieler/in)
Florian Simson(Schauspieler/in)
David Jerusalem(Schauspieler/in)
Sami Luttinen(Schauspieler/in)
Lavinia Dames(Schauspieler/in)
Sarah Ferede(Schauspieler/in)
Paula Iancic(Schauspieler/in)
Susan Maclean(Schauspieler/in)
Anno Schreier(Autor/in)
Lukas Beikircher(Musikalische Leitung)
Jo Schramm(Bühnenbild)
Michaela Barth(Kostümbild)
Tobias Löffler(Lichtdesign)
Hella Bartnig(Dramaturgie)
Bogdan Talos(Schauspieler/in)
Richard Šveda(Schauspieler/in)
Günes Gürle(Schauspieler/in)
Sergej Khomov(Schauspieler/in)
Jussi Myllys(Schauspieler/in)
Florian Simson(Schauspieler/in)
David Jerusalem(Schauspieler/in)
Sami Luttinen(Schauspieler/in)
Lavinia Dames(Schauspieler/in)
Sarah Ferede(Schauspieler/in)
Paula Iancic(Schauspieler/in)
Susan Maclean(Schauspieler/in)

Spielzeiten

Samstag, 16. Februar 2019 (Premiere / Uraufführung)

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