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Tänze der Nacht

Uraufführung/Premiere am 16. Oktober 2009
Der Ballettabend unter der Leitung von Martin Schläpfer präsentiert drei unterschiedliche Positionen des Balletttanzes. Von der klassischen Schönheit der 'Serenade' bis zu den expressiven Bewegungen in 'Signing Off' wird ein breites Spektrum an Emotionen und Stilen geboten.

In seinem dritten Ballettabend zeigte der neue Balletdirektor Martin Schläpfer an der Deutschen Oper am Rhein drei unterschiedliche Positionen des Ballettanzes. Die 'Serenade' nach dem gleichnamigen Musikstück für Streicher von Peter I. Tschaikowsky ist dem klassischen Ballettanz verpflichtet und führt uns in den Zauber einer elfengleichen Mondnacht. Diese Choreografie von Georg Balanchine, 1934 aus Übungseinheiten entwickelt, wartet mit einer Vielfalt an Tänzergruppierungen auf, in die sich die Solistenparts fließend einbinden. Auf eine Handlung wird weitgehend verzichtet. Die 'Serenade' zeigt die pure Schönheit klassischen Tanzes. Zum zauberhaften Eindruck tragen auch die hellblauen Sylphides-Tutus der genialen Kostümbildnerin Barbara Karinska bei, die die Tänzerinnen fließend umspielen.

Als zweites Stück wurde 'Signing Off' von Paul Lightfoot und Sol León aufgeführt, zweifellos der triumphale Höhepunkt des Abends! Musikalische Grundlage bildet der 1. und 2. Satz aus dem Konzert für Violine und Orchester von Philip Glass. Thema dieser expressiven, soghaften Choreographie ist das Abschiednehmen, der Übergang von einer Lebensphase zur nächsten, vom Leben zum Tod, vom Ende einer Partnerschaft, und die damit einhergehenden Veränderungen. Vor einem dunklen Vorhang, kaskadenartig wehend, tanzen die vier Tänzer und zwei Tänzerinnen in fließendem Schwarz-Weiß gekleidet in eher eckigen Bewegungen. Ein vollendeter ästhetischer Genuss.

Die Choreografie zu Felix Mendelssohn Bartholdys Reformationssymphonie von Martin Schläpfer bildet den Abschluss des Abends. Die innere Zerrissenheit des Menschen, die Zweifel und die Suche nach dem wahren Glauben, das trotzige Bekenntnis in Luthers Choral 'Eine feste Burg ist unser Gott' spiegelt sich in dem Tanzstilmix dieses Stückes wider, einerseits Aggressivität darstellend, bei den in den Boden gerammten Spitzenschuhen, andererseits geistige Höhenflüge, dargestellt in luftigen Sprünge. Zum Schluss kniet ein Tänzer, in gleißendes Licht gehüllt, in einem ekstatischen Gebet am Boden. Die ansonsten beeindruckende Choreografie wirkt an dieser Stelle etwas überzogen.

Am Ende gab es enthusiastischen Applaus für eine grandiose, beeindruckende Ensembleleistung, die hervorragenden Düsseldorfer Symphoniker und die Solo-Violinistin Tai Murray.

Mitwirkende

George Balanchine(Choreografie)
Axel Kober(Musikalische Leitung)
Nanette Glushak(Choreografie)
Paul Lightfoot(Choreografie)
Sol León(Choreografie)
Tai Murray(Sänger/in)
Martin Schläpfer(Choreografie)
Yuko Kato(Tänzer/in)
Martin Chaix(Tänzer/in)
Helge Freiberg(Tänzer/in)
Callum Hastie(Tänzer/in)
Antoine Jully(Tänzer/in)
Michael Matys(Tänzer/in)
Boris Randzio(Tänzer/in)
Remus Sucheana(Tänzer/in)
Pontus Sundset(Tänzer/in)
Maksat Sydykov(Tänzer/in)
Jörg Weinöhl(Tänzer/in)

Spielzeiten

Freitag, 16. Oktober 2009 (Premiere / Uraufführung)

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