Theaterkompass.de Logo

Tanzperformance „You are safe“

in Alte Feuerwache Köln
Uraufführung/Premiere am 21. Juni 2018
Die neue Tanzperformance der Kölner Choreografie-Schmiede Silke Z. resistdance behandelt Fragen zur (Un‐)Kontrollierbarkeit und den Auswirkungen von Angst auf unsere Seele, unseren Körper und unsere menschlichen Beziehungen. Angst wird in ihrer omnipräsenten Ausbreitung immer unübersehbarer und besetzt einen Schlüssel-Diskurs unserer Zeit.
© Stefan Henaku-Grabski

Live‐Electro-Sounds von André Zimmermann treiben einen Cross‐Over‐Reigen der Offenlegung gesellschaftlicher Beängstigungen. Die Überlebensstrategien, Solidarität und Kooperation, aber auch Abwehrhaltung oder Peergroup-Bildung werden intensiv erforscht. Wie in den Inszenierungen von Silke Z. üblich, werden auch in ihrer neuesten Choreografie pure und unmittelbar physische Reflexionen zu einem szenischen Manifest.

You are safe. Die Angst geht um: Noch nie haben Europäer - statistisch betrachtet - in sichereren Zeiten gelebt als zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Wie passen diese beiden Aussagen zusammen? Ist eine von ihnen fake? Oder beide? Ist das mulmige Gefühl einer immer weiter um sich greifenden Furcht, oftmals als „subjektiv empfundenes Angstgefühl“ beschrieben, objektiv berechtigt? Und was geschieht mit dem Diskurs Freiheit in diesem Zusammenhang?

Angst ist allgegenwärtig in unserer Sprache und in unseren Körpern. Wir sprechen von Angst-Räumen, von Angst-Störungen, wir fühlen, wie uns die Angst „packt“. Wir sind die somatisierte Angst. Doch wir glauben, dass dem ein mutiges Weitermachen entgegenzuhalten das beste Paroli ist. Doch unser Weitermachen ist weder mutig noch generiert es andere Phänomene als Erschöpfungssyndrome und psychische Erkrankungen.

Was also, wenn der Weg nie das Ziel, sondern das Erlangen eines vorgegebenen Ziels der einzig jemals angebotene Weg war? Sind unsere Ziele frei gewählt und wenn ja, sind sie noch angemessen, sind sie überhaupt erreichbar? Das Ziel, Glück zu erlangen nach vollbrachter Leistung, nach jahrelanger Zurückstellung existentieller Bedürfnisse: Ist das nicht bereits im Ansatz Selbstbetrug? Nichts als Illusion?

Und die Idee der Freiheit des Handelns als Synonym für eine fragwürdige Selbstoptimierung, die immer mehr die Perfektionierung unserer Körper und immer weniger die Aneignung einer gegenwärtigen Zufriedenheit meint? Die Kulte um Jugendlichkeit zu jedem Preis schließlich? Sind sie etwa nicht der Ausdruck unserer mentalen Verfassung, der allgegenwärtigen Panik, „leer“ auszugehen? Wie verrückt ist das eigentlich: Wir ersticken in der leeren Funktionstüchtigkeit zur Anhäufung oder zum Erhalt materieller Werte und erwarten Rettung durch das Füllhorn metaphysischer Belohnungen: Liebe, Glück, Ruhm.

DIE METABOLISTEN sind ein freies, interkulturelles und intergeneratives Tanz-Performance-Ensemble, das sich einer interdisziplinär forschenden Arbeitsweise an den Schnittstellen soziokultureller Phänomene und ihrer somatischen Manifestationen verschrieben hat. Damit verfolgen sie den Ansatz eines absolut zeitgemäßen zeitgenössischen künstlerischen Arbeitens.

Die 15 Mitglieder der Metabolisten weisen einen Altersunterschied von insgesamt 44 Jahren auf. Sie folgen somit dem Ideal des sogenannten real bodies – Konzepts, einer Haltung im zeitgenössischen Tanz, die sich bewusst gegen normativ-ästhetisierende Zuschreibungen körperlicher Schönheit wendet.

Die Metabolisten sind als ein non-institutionelles und freies Ensemble gewillt, ihre künstlerische Arbeit in einer flach-hierarchischen Weise unter Bedingungen aufzunehmen, die ohne die Zwänge eines zu erfüllenden Zuschauer-Geschmacks auskommt. So zeigen sie sich in der Lage, eine große Schnittmenge thematischer Interessenschwerpunkte mit der Ensemble-Leitung zu bündeln und zu erforschen.

Die Metabolisten entstammen vielfältigen sozio-kulturellen Lebens- und Sozialisations-Hintergründen und verfügen damit als Ensemble-Körper über eine hohe Diversität und Dichte mentaler und organismischer Ressourcen.

Die Metabolisten arbeiten auf dem Background eines enormen Pools künstlerischer Herkünfte mit dem basalen Anspruch einer interdisziplinären Herangehensweise an sämtliche Projekte, die sie dergestalt zu künstlerischen Produkten transformieren. So entwickeln sie ein zeitgenössisches Tanztheater, welches das Leben und seine Bedingungen zu Beginn des 21. Jahrhunderts auf einzigartige Weise spiegelt und transzendiert.

Mitwirkende

Silke Z.(Choreografie)
André Zimmermann(Komponist/in)
Garlef Keßler(Lichtdesign)
Angus McLean Balbernie(Schauspieler/in)
Karel Vanek(Schauspieler/in)
Ulrike Lösch-Will(Schauspieler/in)
Caroline Simon(Schauspieler/in)
Florian Patschovsky(Schauspieler/in)
Abine Leão Ka(Schauspieler/in)
Lisa Kirsch(Schauspieler/in)
Malina Hoffmann(Schauspieler/in)
Stefan Henaku-Grabski(Schauspieler/in)

Spielzeiten

Donnerstag, 21. Juni 2018 (Premiere / Uraufführung)
Freitag, 22. Juni 2018
Sonntag, 24. Juni 2018

Teile den Beitrag auf

Background image of the page