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#thaliadigital: Thalia Theater Hamburg und neue Formate auf der digitalen Bühne

in Großes Haus
Uraufführung/Premiere am 28. März 2020
Regisseur Antú Romero Nunes reagiert auf die Corona-Krise mit einem eigenen Format. Seine Inszenierung „Ode an die Freiheit. Ein Triptychon nach Schiller“ wird online als dokumentarischer Film präsentiert, der die Proben und die außergewöhnliche Situation des Teams dokumentiert.
© Armin Smailovic: Thalia Theater Hamburg

„Als klar wurde, dass wir nicht mehr weiterproben können, haben wir schnell das Format geändert und einfach mit der Kamera weitergemacht“, sagt Antú Romero Nunes. „Da sowieso keiner weiß, was normale Proben eigentlich sind, war es total in Ordnung, einfach den Rahmen zu verändern. Auf der Bühne wird es dann wieder anders. In der neuen Zeit.“

Teil 2 des Schiller-Triptychons, „Wilhelm Tell“, steht auf dem digitalen Spielplan. Der dritte Teil, „Kabale und Liebe“, konnte aufgrund der aktuellen Situation nicht mehr fertiggestellt werden. „The Rest Is Missing“ heißt folgerichtig das Format, das mit „Maria Stuart“ startet und jeden Abend fortgesetzt wird – mit neu entstehenden Formaten und Aufzeichnungen aus dem reichhaltigen Archiv des Theaters, die jeweils 24 Stunden online zu sehen sind. Was fehlt? Vor allem die reale Begegnung mit dem Publikum, das so aber wenigstens am Bildschirm mit dem Theater in Verbindung bleiben kann. „The Rest Is Missing“ zeigt aktuelle Repertoire-Vorstellungen, Highlights aus den vergangenen Spielzeiten und berühmte Inszenierungen aus den 80er, 90er und Nuller-Jahren.

Auch Thalia International wird auf die digitale Bühne verlegt: Anstelle des geplanten Gastspiels „Barocco“ ist „Tote Seelen“ von Nicolaj Gogol zu sehen, ebenfalls in der Regie von Kirill Serebrennikov als Gastspiel des Gogol Center, Moskau, wo die Theater auch Corona bedingt geschlossen sind: From Moscow With Love. Im Austausch zeigt das Gogol Center zur gleichen Zeit online die Thalia-Produktion „Faust I“ (Regie Nicolas Stemann), die bereits in Hamburg gestreamt wird.

Schon seit Anfang der Woche sind unter #thaliadigital einige andere Formate auf der Website und in den Sozialen Medien zu sehen. Für die kontinuierlich wachsende Poesie-Ambulanz greifen Ensemble und Mitarbeitende des Thalia Theater ins Bücherregal und lesen, um den Poesie-Notstand in diesen schwierigen Zeiten zu beheben. Ob Goethe oder Heine, die Großen und die Kleinen, Bekanntes oder nie Gehörtes - Poesie hilft!

Das Thalia Actor’s Studio, ein Talk-Format aus dem Nachtasyl mit ganz persönlichen Einblicken in das Leben des Thalia Ensembles, moderiert von den Gastgebern Gabriela Maria Schmeide und Tilo Werner, ist mit 11 Folgen online.

Zum 250. Geburtstag von Friedrich Hölderlin begann diese Woche eine Reihe kurzer Hyperion-Videos mit Jens Harzer – ein Vorgeschmack auf die digitale Lesung mit dem Ensemble Resonanz.

Außerdem gibt es einen neuen Blog: Stimmen aus dem Exil. Normalerweise treffen sich alteingesessene und neuzugezogene Hamburgerinnen und Hamburger dreimal wöchentlich in der Embassy of Hope im Thalia Gaußstraße - zum Austauschen, Erzählen, künstlerischen Schaffen oder auch Rechtsberatung. Da die Embassy geschlossen bleiben muss, bloggt das „Stimmen aus dem Exil“-Kollektiv jeden Donnerstag auf der digitalen Bühne Texte, Erinnerungen, Songs, Illustrationen, Videos und vieles mehr aus den letzten zwei Jahren der mehrsprachigen szenischen Lesereihe unter thalia-theater.de/blogging.

Mitwirkende

Spielzeiten

Samstag, 28. März 2020 (Premiere / Uraufführung)
Freitag, 03. April 2020

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