Molières Komödienklassiker rund um die eingebildeten Krankheiten des Hausherren Argan rechnet mit den Heilsversprechen der Alternativmedizin und der Kommerzialisierung der Pharmaindustrie ab. In Pandemiezeiten bietet das Stück die Möglichkeit, endlich mal wieder über die kleinen Gebrechlichkeiten, Alterserscheinungen und Eitelkeiten zu lachen.
Argan bildet sich ein sehr krank zu sein. Deshalb verschreiben ihm seine betreuenden Ärzte eine Spülung nach der anderen, bereiten ihm Beruhigungsmittel zu und verabreichen ihm Globuli in Massen - für die Ärzte und Apotheker ist das ein lohnendes Geschäft! Leidtragende ist Argans Tochter Angélique, die nun für ihren Vater einen angehenden Arzt heiraten soll. Dabei ist sie in einen anderen verliebt und würde ihren künftigen Ehemann gern selber wählen dürfen. Doch eigentlich ist Argan gar nicht krank, sondern vielmehr eitel und süchtig nach Aufmerksamkeit.
«Der eingebildete Kranke» ist das letzte Stück des französischen Dramatikers. In der Uraufführung 1673 in Paris spielte Molière den eingebildeten Kranken selbst. Der Zufall wollte es, dass er während einer Vorstellung einen Anfall erlitt und kurz darauf – noch im Kostüm – verstarb. In Biel wird das Stück im Rahmen des «Label du bilinguisme» mit französischen Übertiteln gezeigt.