Theaterkompass.de Logo

Nicht Fisch nicht Fleisch

in Kammerspiele
Uraufführung/Premiere am 11. September 2020
Die beiden Paare Helga und Hermann sowie Edgar und Emmi sind Nachbarn und Freunde, die mit den Herausforderungen der Modernisierung in ihrem Betrieb konfrontiert werden. Während Edgar um seine Identität als Handwerker fürchtet, sieht Hermann den technischen Fortschritt als Chance für die Belegschaft. Ihre Ehen stehen auf dem Spiel, als die betrieblichen Umwälzungen in ihr Privatleben eingreifen.
© Theater Bonn

In dem modernen Volksstück von 1980 gefährden technischer und gesellschaftlicher Fortschritt das private Glück und führen zur Auflösung und Abwertung sicher geglaubter Existenzen. Der Verlust von Liebe und Freundschaft führt zu Vereinzelung – ein Prozess, der an die heutige Digitalisierung erinnert. Die Trennung von Arbeit und Freizeit ist auch heute ein schwer zu überwindendes Hindernis für eine Beziehung, sodass Edgars Credo „Betrieb is Betrieb und daheim is daheim“ sich oft nur schwer aufrechterhalten lässt.

Kroetz, in den 1970er und 80er Jahren einer der meist gespielten Dramatiker der Bundesrepublik, inszenierte Nicht Fisch nicht Fleisch selbst 1982 und spielte zudem die Rolle des Hermann. Martin Walser schrieb über die Premiere: „Ich war in Bad Godesberg in der Premiere von Nicht Fisch nicht Fleisch. Jeder lakonische Kroetz-Satz erzeugte ein sozusagen symmetrisches Echo im Publikum. Die zwei Paare des Stücks hängen in ihren Existenzbedingungen und zappeln so komisch wie die Figuren der früheren Beckett-Stücke. Nur dass die Bedingungen hier aus unserem konkretesten Material sind.“

Max Schaufuß inszeniert mit Nicht Fisch nicht Fleisch ein modernes Volksstück, das den Prozess des technischen und gesellschaftlichen Fortschrittes der 80er Jahre thematisiert und die damit verbundenen Einwirkungen auf Beruf und Privatleben. Ein Einfluss, vergleichbar mit der heutigen Digitalisierung, dem man sich kaum entziehen kann und der existenzbedrohend werden kann, und in dem Berufs- und Privatleben mehr und mehr miteinander verschwimmen. Schaufuß zeigt, wie sich zwei befreundete Ehepaare diesem „Fortschritt“ in ihrem privaten wie gesellschaftlichen Umfeld stellen und die Konsequenzen ihrer Handlungen ertragen.

Mitwirkende

Lena Geyer(Schauspieler/in)
Annika Schilling(Schauspieler/in)
Sören Wunderlich(Schauspieler/in)
Holger Kraft(Schauspieler/in)
Lara Scherpinski(Kostümbild)
Justus Wilcken(Komponist/in)
Ewa Górecki(Lichtdesign)
Jan Pfannenstiel(Dramaturgie)

Spielzeiten

Freitag, 11. September 2020 (Premiere / Uraufführung)
Mittwoch, 16. September 2020
Donnerstag, 17. September 2020
Freitag, 18. September 2020
Dienstag, 22. September 2020
Mittwoch, 23. September 2020
Donnerstag, 24. September 2020
Samstag, 26. September 2020
Mittwoch, 30. September 2020
Donnerstag, 01. Oktober 2020
Freitag, 02. Oktober 2020
Freitag, 09. Oktober 2020
Samstag, 10. Oktober 2020
Donnerstag, 15. Oktober 2020
Freitag, 16. Oktober 2020
Donnerstag, 22. Oktober 2020
Freitag, 23. Oktober 2020

Teile den Beitrag auf

Background image of the page