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Der Steppenwolf

Uraufführung/Premiere am 23. Januar 2019
Harry Haller ist ein hochsensibler Intellektueller, der mit seiner inneren Zerrissenheit kämpft. Auf der Suche nach sich selbst trifft er auf Hermine, die ihm zeigt, dass das Leben kinderleicht sein kann.

So beginnt der »Tractat vom Steppenwolf«, den Harry Haller eines Abends zugesteckt bekommt und dessen anonymer Verfasser ihn bestens zu kennen scheint. »Nur für Verrückte« lautet die Unterzeile. Wenn verrückt im Ungleichgewicht bedeutet, dann ist Harry Haller, ein familienloser, heimatloser, hochsensibler Intellektueller von annähernd 50 Jahren, verrückt.

Er spürt die Krankheit der Zeit am eigenen Leib. Der Krieg ist gerade vorbei, und schon taumelt eine besinnungslose Gesellschaft dem nächsten entgegen. Harry fühlt sich wie ein Fremdkörper, weil er nicht vergessen kann. Er leidet auch an seiner inneren Zerrissenheit. Die eine Hälfte, die er als wölfische an sich selbst fürchtet, will fressen, saufen und sich ganz den animalischen Gelüsten hingeben, die andere Hälfte, die er als menschlich anerkennt, will denken, lesen, schreiben und Mozart hören. »Bei dem armen Kerl sind Mensch und Wolf Todfeinde«, macht sich der Tractat lustig. Die eine Seite in ihm hasst die jeweils andere und vergällt ihm so alle Freude. Der Selbstmord scheint ihm die einzige Rettung aus dieser unerträglichen Zerrissenheit zu sein. Da begegnet ihm Hermine, eine faszinierende und schöne junge Frau, die ihn einfach an die Hand nimmt und sagt: »Du wirst sehen, dass das Leben kinderleicht ist.« Sie findet, dass Harry viel zu wenig verrückt ist, befiehlt ihm, tanzen zu lernen und die Frauen zu lieben.

Ganz langsam führt sie ihn zu einer mutigen und aufrichtigen Begegnung mit sich selbst und den vielen abgründigen Facetten seiner Persönlichkeit. Ein Höllentrip – im Magischen Theater – nur für Verrückte – der Eintritt kostet den Verstand.

Hermann Hesse gilt als Autor der Krise, als ein Dichter, der sich schreibend der quälenden Selbstanalyse unterzog, immer auf der Suche nach der eigenen, der wirklichen Identität. Den »Steppenwolf« vollendete er 1927 in Zürich. Wie ein hochempfindlicher Seismograph spürte er bereits die Erschütterungen, die das Herannahen der nächsten gesellschaftlichen Katastrophe ankündigten. In dieser Stimmung, die auch von seinen eigenen Depressionen geprägt war, schuf er mit der Geschichte des Harry Haller nicht nur ein schonungsloses Zeit-, sondern auch ein Selbstporträt.

Mitwirkende

Malte Kreutzfeldt(Bühnenbild)
Elisabeth Weiß(Kostümbild)
Sophie Püschel(Dramaturgie)
Stefan Eichberg(Schauspieler/in)
Sonja Isemer(Schauspieler/in)
Sven-Marcel Voss(Schauspieler/in)
Malin Kemper(Schauspieler/in)
Sabine Unger(Schauspieler/in)
Frank Lienert-Mondanelli(Schauspieler/in)
Gabriel Kemmether(Schauspieler/in)
Sandra Fox(Bühnenbild)
Leo Schmidthals(Komponist/in)
Björn Klaassen(Lichtdesign)
Ouldooz Pirniya(Dramaturgie)
László Branko Breiding(Schauspieler/in)
Samuel Koch(Schauspieler/in)
Boris Koneczny(Schauspieler/in)
Patrick Schnicke(Schauspieler/in)

Spielzeiten

Mittwoch, 23. Januar 2019 (Premiere / Uraufführung)

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