Das Stück handelt nicht nur von Geld und Geldmangel, sondern auch von der Lethargie der Menschen, die sich mit dem Wandel nicht abfinden können. Tschechow zeigt Liebeleien, Eifersucht und Sehnsüchte einer ländlichen Gesellschaft, die von der Abschaffung der Leibeigenschaft wenige Jahre zuvor geprägt ist. Der Kirschgarten wurde Anfang 1904 in Moskau uraufgeführt, ein halbes Jahr, bevor Tschechow an Tuberkulose starb. Sein letztes Stück atmet Großzügigkeit und Weite und wirkt bisweilen, als habe er damit gegen den Tod angeschrieben.
„Es ist kein Drama geworden, sondern eine Komödie, stellenweise sogar eine Farce.“ So verteidigte Anton Tschechow sein Stück gegenüber all jenen, die darin nur einen wehmütigen Abgesang auf alte Traditionen sahen.
Am Theater St.Gallen kommt das letzte Werk des großen russischen Dramatikers in der Übersetzung des deutschen Schriftstellers, Dramatikers und Regisseurs Thomas Brasch von 1991 auf die Bühne. Regie führt die Zürcher Regisseurin Mélanie Huber, die u.a. am Schauspielhaus Zürich, am Schauspielhaus Wien und am Theater Winkelwiese in Zürich inszeniert hat. Mit Der Kirschgarten präsentiert sie sich erstmals in St.Gallen. Verantwortlich für die Musik ist der Berner Martin von Allmen, die Bühne entwarf Nora Johanna Gromer, die Kostüme Lena Hiebel. Sie alle haben bereits mehrfach mit der Regisseurin zusammengearbeitet.
Das Bild zeigt Anton Tschechow.

