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Um alles in der Welt

in Großes Haus
Uraufführung/Premiere am 19. Januar 2019
Das Festival „Um alles in der Welt – Lessingtage“ bietet eine Plattform für Gastspiele und Koproduktionen aus verschiedenen Ländern. In diesem Jahr stehen die Stimmen derjenigen im Mittelpunkt, die sich in einer aus den Fugen geratenen Welt nicht gehört fühlen.

Unter dem Titel „HEAR WOR(L)D“ – in Anlehnung an „HEAR WORD!“, den Titel des Gastspiels aus Nigeria – ist das Programm eine Einladung, mit offenen Ohren in die Welt hineinzuhorchen, ihrer Vielstimmigkeit zuzuhören und zugleich eine Ermutigung, sich Gehör zu verschaffen.

Zwei Thalia-Premieren und eine Matinee eröffnen die Lessingtage am ersten Wochenende: Charlotte Sprenger bringt den Roman „Vor dem Fest“ von Saša Stanišić auf die Bühne, eine vielstimmige Betrachtung des Dorflebens in der Uckermark. Im großen Haus folgt die Uraufführung: „Maria“, das neue Stück des Dramatikers Simon Stephens. In szenischen Polaroids erzählt es vom Versuch eines selbstbestimmten Lebens von „Ria“, einer jungen Frau in einer englischen Großstadt. Regie führt Sebastian Nübling. Zur Eröffnungsmatinee sind zwei prominente Journalisten und Moderatoren eingeladen, die sich öffentlich gegen wachsenden Fremdenhass, Rassismus und den Rechtsruck stellen: Dunja Hayali und Michel Abdollahi plädieren in ihren Reden für eine offene Gesellschaft.

Zum ersten Mal konzentrieren sich die Lessingtage mit einem eigenen Schwerpunkt auf die antikoloniale Emanzipation in Afrika. „Hear Word! Naija Woman Talk True“, ein Gastspiel von iopenEye aus Lagos, ist ein so tragischer wie komischer, von großer Lebenslust getragener Abend darüber, was es heute heißt, eine Frau in Nigeria zu sein. Auch in „Les Bonnes / Die Zofen“ von der Compagnie Dumanlé proben unterdrückte Frauen den Aufstand und legen die globalen Machtverhältnisse offen.

Aus Beirut kommt ein Gastspiel des Maqamat Dance Theaters von Omar Rajeh, eines der bekanntesten Choreografen und Regisseure des arabischen Raums. „#minaret“ setzt sich mit der Zerstörung der Stadt Aleppo auseinander. Die syrische Gegenwart kommt auch in den Gastspielen zweier Exil-Ensembles auf die Bühne: Regisseur Sebastian Nübling hat Heiner Müllers „Hamletmaschine“ mit dem Exil Ensemble des Maxim Gorki Theaters Berlin und Texten von Ayham Majid Agha neu interpretiert. Das Collective Ma’louba aus Mülheim/Ruhr und der syrische Regisseur Rafat Lazakout zeichnen in „Your Love is Fire“ mit Tragikomik das Verhalten derjenigen nach, die im heutigen Syrien schweigend abwarten.

Mit „Who is Happy in Russia“ in der Regie von Kirill Serebrennikov kommt ein Gastspiel des Gogol Center Moskau nach Hamburg – ein schonungsloses, sinnenfrohes, melancholisches und messerscharfes Panorama russischer Lebenswelten. Der regimekritische international gefeierte Opern-, Theater- und Filmregisseur steht seit 2017 unter Hausarrest.

Die schon traditionsreiche „Lange Nacht der Weltreligionen“ beschäftigt sich in diesem Jahr mit der Rolle der Religionen in der Stadt: Hamburg – New York – Beirut.

Falk Richter, einer der wichtigsten zeitgenössischen Autoren und Regisseure, inszeniert „I AM EUROPE“ mit einem Ensemble junger Darsteller aus europäischen Zentren. Gemeinsam untersuchen sie, welche Werte zukünftig ein komplexes europäisches Wir ausmachen könnten.

Zum Abschluss der Lessingtage kommt ein Gastspiel der Schaubühne Berlin: Thomas Ostermeiers „Italienische Nacht“ fragt danach, welchen Anteil am Zusammenbruch einer Demokratie eine Linke hat, die die Realität ganzer Gesellschaftsschichten ignoriert.

Mitwirkende

Spielzeiten

Samstag, 19. Januar 2019 (Premiere / Uraufführung)
Sonntag, 20. Januar 2019

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