Das Wort „Molimo“ und Titel der ersten Choreografie entstammen der Sprache der kalifornischen Miwoks. Es bedeutet „Bär, der in den Schatten geht“. Vertrauen und Akzeptanz bilden den tänzerischen Ausgangspunkt für das, was sich dann auf geheimnisvolle Weise ereignet. Inhaltlich geht es in „Molimo“ um die Suche nach der menschlichen Existenz in der Begegnung mit dem Mystischen. In „Molimo“ kann sich so auf mehreren Ebenen ein faszinierendes, kaum fassbares Erscheinungsbild von sich ständig verändernder Bewegung im Zusammenspiel von Licht und Musik entfalten – ein Tanz, der in Form und Fluss unendlich erscheint und doch flüchtig ist. Sita Ostheimer wird für eine neue Fassung ihrer 2017 kreierten Choreografie sorgen.
Den zweiten Teil des Abends bildet die Neukreation „Kinder der Nacht“ von Guido Markowitz. Markowitz lässt sich von dem gleichnamigen, 1929 erschienenen Roman „Les Enfants Terribles“ von Jean Cocteau inspirieren. Im Zentrum des Geschehens stehen die Geschwister Elisabeth und Paul und ihre Freunde Dargelos, Agathe und Gérard. Was sie miteinander erleben, erscheint extrem und surreal. Denn Cocteaus „Kinder“ bewegen sich in einer Welt von Riten und Machtspielen, Sehnsüchten und Grenzüberschreitungen. Handlungsort ist das Kinderzimmer. Dort geraten ihr Geist, ihre Emotionen, Triebe und Handlungen an die Grenze des Unvorstellbaren.
1996 eroberte der amerikanische Komponist Philip Glass Cocteaus düsteren Roman für die Welt der Musik. Guido Markowitz nimmt sie nun als Grundlage für seine choreografische Neuinterpretation. Gemeinsam mit Raumbildner Philipp Contag-Lada erweist der mit „Kinder der Nacht“ der großen Tradition des Tanztheaters seine Referenz.


