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Tod der Treuhand

in Schauspielhaus
Uraufführung/Premiere am 25. September 2020
Die Übernahme von Betrieben durch die Treuhand war für viele ehemalige DDR-Bürgerinnen und -Bürger ein Schock. Die Abwicklung wird oft als Narrativ des Versagens stilisiert, während die unterschiedlichen Systeme, die hier zusammengeführt werden sollten, häufig zu wenig beachtet werden.
© Michael Benthin, Regisseurin Carolin Millner

Millner hat sich für ihre Stückentwicklung intensiv mit dem Thema Treuhand befasst. Die Handlung dreht sich um ein Kollektiv aus Mitarbeiter*innen des SKET-Werks in der Elbestadt. Anhand von persönlichen Geschichten, die von den Magdeburger Schauspieler*innen verkörpert werden, verdichtet sich ein Bild eines Lebensgefühls der (Nach-)Wendezeit.

Dafür hat Maylin Habig ein Bühnen- und Kostümbild geschaffen, das den Übergang von einem System ins andere symbolisiert. Ironisch spielt sie mit dem Bild einer untergegangenen Welt: die Bühne ist eine Mischung aus Schleuse und geflutetem Wartezimmer, die Schauspieler*innen agieren mit Fischflossen. Sie verweisen damit auf den Zynismus einer vermeintlich alternativlosen Evolutionsgeschichte, in der die Menschen schnell laufen lernen mussten, um sich im neuen Zeitgeist erfolgreich zu bewegen.

Jacob Bussmann sorgt mit seiner musikalischen Umrahmung am Klavier zum einen für Erinnerungsmomente an eine vergangene Zeit – zum anderen für Töne in konkreten Situationen wie Demonstrationen gegen Betriebsschließungen. Carolin Millner hat sich bewusst für einen nicht-dokumentarischen Ansatz entschieden, um das Publikum nicht mit Fakten zu überfordern. Stattdessen will sie mit der Mischung aus Zeitdokument und fiktiver Ebene zum neuen Diskurs anregen. In Zwischentönen fügt sich durch kleine Episoden ein Bild einer Zeit zusammen, die auch aus heutiger Sicht noch polarisiert und für viele Menschen noch nicht ausreichend aufgearbeitet ist.

Anlässlich des 30. Jahrestages der Deutschen Einheit findet eine Podiumsdiskussion mit der Regisseurin sowie Zeitzeug*innen und Experten zum Thema Treuhand statt. Die Veranstaltung wird gemeinsam mit der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt organisiert.

Mitwirkende

Maylin Habig(Bühnenbild)
Caroline Rohmer(Dramaturgie)
Jacob Bussmann(Komponist/in)
Iris Albrecht(Schauspieler/in)
Anja Signitzer(Schauspieler/in)
Isabel Will(Schauspieler/in)
Christoph Förster(Schauspieler/in)
Philip Heimke(Schauspieler/in)

Spielzeiten

Freitag, 25. September 2020 (Premiere / Uraufführung)

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