In den 60er Jahren hielten die Musikindustrie und die Erotik über Rock ’n’ Roll Einzug und ebneten so den Weg für die große Zeit der BRAVO in den 90er Jahren, die Zeit der Boybands und des »Love & Sex«-Reports. Ab Anfang der 70er Jahre wurde die BRAVO mit »Dr. Sommer« auch zum Ratgebermagazin und begleitete so mehrere Generationen auf dem Weg zu jungen Erwachsenen. Nach der Wende ging es mit einer Auflage von 1,5 Millionen Exemplaren pro Ausgabe noch einmal steil bergauf, bis dann mit der Auflösung der Boyband »Take That« die Verkaufszahlen rapide einstürzten.
Aufstieg und Fall der heiß geliebten BRAVO. Starschnitte, Foto-Lovestorys und »Dr. Sommer«. All das und vieles mehr wird in der opulenten Show »Café Bravo« aufgearbeitet. Felix Krakau widmet sich den Fun Facts und dem Suchtpotenzial des größten Jugendmagazins im deutschsprachigen Raum. Welches Agitationspotenzial hat ein Medium mit einer solchen Breitenwirkung? Wie stark kann es ein junges, beeinflussbares Zielpublikum instrumentalisieren, politisch wie marktwirtschaftlich? Wie verbindet sich Popkultur und Werbefläche? Und wie pusht das Verkaufskonzept »Sex sells« die Auflagenstärke? Was machte die Faszination von BRAVO aus, heimlich in fast jedem Jugendzimmer im deutschsprachigen Raum gelesen?
Felix Krakau setzt Starschnitte aus der BRAVO-Chronik als Ausgangspunkt, diese Fragen zu umkreisen. »Café Bravo« mäandert durch die Geschichte der Zeitschrift und beleuchtet dabei One-Hit-Wonder, Evergreens, das neueste Moped, die teuersten Kinofilme, die Popstars und die YouTube-Stars, die Leserfragen, die Entstehung der Foto-Lovestorys und natürlich die Skandale. »Café Bravo« ist Reflexion, Hommage und Kritik einer Jahrzehnte andauernden Popkultur-Hysterie.

