Denn Dodger arbeitet für einen gewissen Fagin, der auch Oliver unter seine Fittiche nimmt: Er wird neu eingekleidet, umsorgt, bekommt ein Dach über dem Kopf und erfährt zum ersten Mal in seinem Leben, was es bedeuten könnte, eine Familie zu haben. Doch eines Tages soll sich Oliver für die Großzügigkeit des Chefs revanchieren und muss sich entscheiden – zwischen dem, was einfach und dem, was richtig ist.
Charles Dickens’ berühmter Roman zeichnet ein packendes und düsteres Bild einer Metropole im frühen 19. Jahrhundert, wo Elend, Habgier und Kinderarbeit an der Tagesordnung standen. Oft ungeschönt und in realistischen Beschreibungen äußert Dickens seine Kritik an den sozialen Ungerechtigkeiten. Die Thematik, die Dickens so am Herzen lag, ist leider aktuell geblieben – sogar in eigentlich reichen Ländern wie unserem: ExpertInnen gehen davon aus, dass es in Wien zwischen drei- und sechshundert Kinder und Jugendliche gibt, die immer wieder oder sogar permanent obdachlos sind. In Städten wie Bukarest oder Moskau sind es zehntausende. Der junge britische Autor und Regisseur Jethro Compton hinterfragt diesen Klassiker der Weltliteratur deshalb für unsere Zeit und erzählt die Geschichte für das Theater der Jugend neu.


