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Vögel

in Schauspielhaus Graz
Uraufführung/Premiere am 23. Februar 2020
Wajdi Mouawads Vögel ist das Stück der Stunde: Der libanesische Autor hat mit Vögel ein modernes »Romeo und Julia« des Nahen Ostens geschrieben, eine aktuelle Variation auf »Nathan der Weise« – einen philosophischen Polit-Krimi im Wellmade-Play-Format, der mit leichter Hand eine Geschichte über den Zeitraum von zwei Jahren erzählt.
© Theater Halle

Der junge Naturwissenschaftler Eitan verliebt sich in die Doktorandin Wahida. Er hat jüdische Wurzeln, sie arabische. Das macht es ihm schwer, seine neue Freundin in der Familie vorzustellen. Denn Eitans Vater vertritt durch seine Erfahrung als gebürtiger Israeli ein konfliktreiches Familien- und Gesellschaftsbild, das die Versöhnung mit Fremden strikt ausschließt. Auch Eitans Mutter Norah, deren Eltern ihr Judentum gegen den Glauben an den Kommunismus eingetauscht hatten, rät ihrem Sohn ab, zu heiraten. Doch dann passiert die Katastrophe. Eitan liegt nach einem Bombenattentat in Jerusalem verletzt im Krankenhaus. Wahida findet Eitans Großmutter, und aus ihren Erzählungen erfährt sie, dass der kompromisslose Israeli David eigentlich ein palästinensischer Bauernjunge ist, der von Großvater Etgar in einem eroberten Dorf gefunden und adoptiert wurde. Nachdem auch David die Wahrheit über seine Herkunft erfährt, stirbt er an einem Schlaganfall.

Was für ein Drama, in dem sich Familie und Weltpolitik verbinden! Der libanesische Autor Wajdi Mouawad, Jahrgang 1968, hat mit Vögel ein modernes »Romeo und Julia« des Nahen Ostens geschrieben, eine aktuelle Variation auf »Nathan der Weise« – einen philosophischen Polit-Krimi im Wellmade-Play-Format, der mit leichter Hand eine Geschichte über den Zeitraum von zwei Jahren erzählt. Seine Dialogkunst entwirft souverän eine äußerst berührende und spannende globale Familiengeschichte, die über Generationen durch den Lauf der Weltgeschichte in heftiger Bewegung und starken Konflikten bleibt.

Regisseur Matthias Brenner ist es wichtig, die Intention des Autors wörtlich zu nehmen und einzelne Dialogpassagen im Original spielen zu lassen. Somit geraten die dramatischen Begegnungen auf der Bühne auch zu einer Erfahrung von emotionaler, religiöser und kultureller Entfremdung einer sich im Grunde sehr nahen Gemeinschaft - der Menschen.

Mitwirkende

Wajdi Mouawad(Autor/in)
Vibeke Andersen(Kostümbild)
Bahadir Hamdemir(Videodesign)
Viktor Fellegi(Lichtdesign)
Karla Mäder(Dramaturgie)
Viola Novak(Bühnentechnik)
Gerhard Balluch(Schauspieler/in)
Beatrice Frey(Schauspieler/in)
Frieder Langenberger(Schauspieler/in)
Katrija Lehmann(Schauspieler/in)
Nico Link(Schauspieler/in)
Mathias Lodd(Schauspieler/in)
Anna Szandtner(Schauspieler/in)
Hayder Wahab(Schauspieler/in)
Susanne Konstanze Weber(Schauspieler/in)
Raphael Meinhart(Musiker/in)
Miloš Milojević(Musiker/in)
Sašenko Prolić(Musiker/in)
Vahid Shahidifar(Komponist/in)
Radwan Alhalak(Komponist/in)
Henriette Hörnigk(Dramaturgie)
Beate Rothmann(Bühnentechnik)
Markus Neeser(Bühnentechnik)
Cynthia Cosima Erhardt(Schauspieler/in)
Nils Andre Brünnig(Schauspieler/in)
Harald Höbinger(Schauspieler/in)
Bettina Schneider(Schauspieler/in)
Wolfgang Engel(Schauspieler/in)
Elke Richter(Schauspieler/in)
Radwan Alhalak(Schauspieler/in)
Vahid Shahidifar(Schauspieler/in)
Nora Schulte(Schauspieler/in)
Harald Horvath(Schauspieler/in)

Spielzeiten

Sonntag, 23. Februar 2020 (Matinee)
Freitag, 28. Februar 2020 (Premiere / Uraufführung)

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