Alle zwei Stunden sind zehn Minuten Pause gestattet, in denen alles Nötige getan werden kann: schlafen, essen, Körperhygiene. Wenn sich das Feld von alleine nicht lichtet, dann hilft das Management durch sadistische Spiele nach. Bewertet wird längst nicht nur die konditionelle Leistung, sondern der Überlebenswille, der sich in den Gesichtern und Körpern der Teilnehmer abzeichnet. Zur Beurteilung freigegeben ist die Existenz selbst.
Der US-amerikanische Schriftsteller Horace McCoy hat 1935 das reale Phänomen der in der Zeit der Depression berüchtigten Tanzmarathons aufgegriffen und in eine große Metapher umgewandelt. Im Mittelpunkt seiner legendär von Sidney Pollack verfilmten Geschichte steht ein Paar von beschäftigungslosen Statist/innen, das sich durch sein Mitwirken am Tanzmarathon die Aufmerksamkeit Hollywoods erhofft. Aber hoffen sie wirklich? Oder fügen sie sich willig in ein Szenario der Selbstausbeutung, das nur ein „Gnadenschuss“ beenden könnte?
Regisseur Miloš Lolić ist dem Volkstheater-Publikum durch bereits mehrere genreübergreifende Arbeiten vertraut – zuletzt Rechnitz (Ein Würgeengel) und Lazarus, wofür er den Dorothea-Neff-Preis für die beste Regie gewann.
Mit englischen Übertiteln.

