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Falsches Spiel

in Opernhaus Düsseldorf
Uraufführung/Premiere am 03. Oktober 2008
In der Choreographie von Youri Vàmos wird die tragische Geschichte von Giselle erzählt, die zwischen Liebe und Verrat gefangen ist. Der Waldhüter Hilarion und der Oberleutnant Albrecht kämpfen um ihr Herz, doch Albrecht verbirgt seine wahre Identität.

Youri Vàmos hat in seiner Choreographie von "Giselle" das Geschehen in einem Dorf in Südfrankreich kurz vor dem ersten Weltkrieg angesiedelt.

Giselle, eine junge Gastwirtstochter, wird von dem Waldhüter Hilarion umworben. Auch der Oberleutnant Albrecht hat sich in sie verliebt, treibt aber ein falsches Spiel, denn er verschweigt seine wahre Identität und ist bereits mit Bathilde, der Tochter seines Mayors, verlobt. Als dies während der Verlobungsfeier von Moyna und Philipe entdeckt wird und Albrecht sich nicht zu Giselle bekennt, zerbricht diese an seinem Liebesverrat.

In einem Feldlazarett begegnen sich die Protagonisten wieder. Es kommt zu einer Auseinandersetzung zwischen Hilarion und Albrecht. In Fieber- und Traumphantasien erscheinen Albrecht feenhafte Ebenbilder von Giselle, die ihn anklagen. Er trauert um sein verlorenes Liebesglück. Das Stück endet mit einem nachdenklichen, auf einem Balkongeländer sitzenden und rauchenden Albrecht.

Die beiden Akte von "Giselle" hat Vàmos konträr angelegt. Im ersten Akt geht es, was Bühne und Kostüme angeht, recht bieder, realistisch, idyllisch, bodenständig zu. Albrecht erscheint locker wie in einer alten Gitanes-Reklame, mit dem Fahrrad fahrend, rotem Halstuch und roter Baskenmütze tragend. Die Dorfbevölkerung trägt brave Miederkleidung. Die Gefühle werden im Tanz mitunter fast holzschnittartig expressionistisch ausgedrückt. Giselle tritt als starke Persönlichkeit auf. Ganz anders der zweite Akt. Nach dem realistisch geschilderten Beginn dieses Aktes mit der Krankenversorgung, dem Wiederkennen von Hilarion und Albrecht, schweben die Lazarettwände auseinander, um traumhaft, schwerelos schwebenden Schattenwesen Platz zu machen. Eine Traumphantasie in Grün und Blau, in der Farbgestaltung an Ferdinand Hodler erinnernd. Die tänzerischen Bewegungen sind runder, weicher als im ersten Akt.

Eine kleine Trouvaille ist die als Rückblende angelegte Szene im ersten Akt, die durch Geschützdonner bei Giselle ausgelöst wird. Im Lichtstreifen, der durch die geöffnete Tür des Gasthauses nach außen fällt, wird erinnert, wie Giselle als Kind ein Gewehr fallen lässt, das ihr ihre Mutter für den davoneilenden Vater nachgereicht hatte, wobei sich ein Schuss löst, der den Tod des Vaters verursacht.

Neben der Titelpartie der Giselle, getanzt von Kaori Morito, die das Konzept von Vàmos perfekt umsetzt, ist besonders Suzanna Kaic hervorzuheben, die die Moyna federleicht und überzeugend tanzt. Ebenso überzeugen Valerio Mangianti als Albrecht und Filip Veverka als Hilarion.

Mitwirkende

Kaori Morito(Tänzer/in)
Valerio Mangianti(Tänzer/in)
Daniela Svoboda(Tänzer/in)
Filip Veverka(Tänzer/in)
Michal Matys(Tänzer/in)
Suzanna Kaic(Tänzer/in)
David T. Heusel(Musikalische Leitung)
Youri Vàmos(Choreografie)
Kaori Morito(Schauspieler/in)
Valerio Mangianti(Schauspieler/in)
Daniela Svoboda(Schauspieler/in)
Filip Veverka(Schauspieler/in)
Michal Matys(Schauspieler/in)
Suzanna Kaic(Schauspieler/in)

Spielzeiten

Freitag, 03. Oktober 2008
Donnerstag, 09. Oktober 2008
Freitag, 10. Oktober 2008
Sonntag, 12. Oktober 2008
Samstag, 25. Oktober 2008

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