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La porta della legge und die sieben Todsünden

Uraufführung/Premiere am 12. Januar 2018
Ein Mann verbringt Jahre vor der Tür zum Gesetz und wird vom Wächter nicht hereingelassen. In der musikalischen Adaption von Kafkas 'Vor dem Gesetz' wird die Verzweiflung des Wartens thematisiert, während in Weills 'Die sieben Todsünden' zwei Schwestern versuchen, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.

In der Inszenierung von Aniara Amos, die vor kurzem mit einer bemerkenswerten Interpretation von Verdis Rigoletto an der Königlichen Oper Kopenhagen beeindruckte, feiert dieser Sciarrino/Weill-Brecht Doppelabend.

»Ora no« / »jetzt nicht« – mit diesem Satz verwehrt der Türhüter dem Mann vom Lande den Eintritt in das Gesetz, obgleich dessen Tür immer offen steht. Der Mann lässt sich von der bürokratischen und drohenden Überheblichkeit des Wächters einschüchtern und verbringt – wartend auf Erlaubnis – Jahre vor der Tür. Er versucht, den Wächter zu bestechen, er bittet sogar die Flöhe in dessen Pelzkragen um Hilfe. Als er immer schwächer wird und den Türhüter schließlich fragt, warum in all den Jahren niemand außer ihm Einlass begehrt habe, erfährt er sterbend, dass die Tür nur für ihn bestimmt war.

Franz Kafkas Parabel Vor dem Gesetz aus seinem Roman Der Prozeß hat Salvatore Sciarrino zu einem Musiktheater inspiriert, das die Verzagtheit des Mannes und seine fortschreitende Erstarrung kompositorisch verschränkt mit der Personifikation der Bürokratie im Türhüter: Er repräsentiert Gesetz und Verbot als Verhinderung selbstbestimmten Handelns. Die Geschichte wird mit Variationen zweimal durchgespielt, in einem kurzen Finale, das abrupt abbricht, ahnen wir, dass sie sich endlos wiederholen wird.

Es ist eine Familiengeschichte: Anna wird von ihrer Familie in Louisiana in die Welt geschickt, um Geld für den Bau eines Hauses zu verdienen. Doch das Bestehen in der Welt ist immer wieder mit Anpassungen oder sogar dem Verkauf der eigenen Seele verbunden. Um all das ertragen zu können, spaltet sich Anna in einen moralisch durchdachten (Anna I) und einen sündhaft naiven Teil (Anna II), die sich wie in einem psychologischen Profil in steter Zwiesprache miteinander befinden. Sie durchleben eine siebenjährige Reise durch sieben Städte und begegnen dabei Faulheit, Stolz, Zorn, Völlerei, Unzucht, Habsucht und Neid. Und die Familie wird mit jedem neuen Stein für das stetig wachsende Haus bösartiger und fordernder. – Am Ende ist Anna wieder in Louisiana, das Haus ist fertig und die Familie urteilt selbstgerecht: „Wer über sich selber den Sieg erringt, der erringt auch den Lohn.“

Mitwirkende

Iván López Reynoso(Musikalische Leitung)
Sarah J. Rolke(Kostümbild)
Thomas Zipf(Videodesign)
Sarah Grahneis(Dramaturgie)
Maximilian Krummen(Schauspieler/in)
Nana Dzidziguri(Schauspieler/in)
Ernesto Morillo(Schauspieler/in)
Carolin Löffler(Schauspieler/in)
Milda Tubelytė(Schauspieler/in)
Noriyuki Sawabu(Sänger/in)
Matthias Stier(Sänger/in)
Mike Garling(Sänger/in)
Vincenzo Neri(Sänger/in)

Spielzeiten

Freitag, 12. Januar 2018 (Premiere / Uraufführung)
Freitag, 19. Januar 2018
Sonntag, 28. Januar 2018
Sonntag, 18. Februar 2018
Donnerstag, 22. Februar 2018
Sonntag, 04. März 2018
Dienstag, 10. April 2018
Samstag, 05. Mai 2018
Freitag, 22. Juni 2018

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