Im Einklang mit der Natur sich dem ewigen Werden und Vergehen zu überlassen – dieser Sehnsucht verschafft Janáček mit seiner musikalischen Waldgeschichte Gehör. Und vor diesem philosophischen Hintergrund erleben wir die doch eher schnöden Menschenträume darin: Der Förster, der in den Wald geht, um der ewigen Nörgelei seiner Frau zu entkommen, der Schulmeister, der sich betrunken in eine Sonnenblume verliebt, und der Pfarrer, der abwandern muss, weil seine Vergangenheit ihn einholt: Die menschlichen Herren der Schöpfung entpuppen sich als wenig vorbildtauglich – sind die Tiere da womöglich menschlicher?
Das Bühnenbild des international gefragten Ausstatters Christof Cremer bringt einen metaphorischen Wald überaus sinnlich auf die Bühne, in dem die Figuren in verrückt tierisch menschlichen Kostümen auftreten, damit die Regie von Mascha Pörzgen, die zuletzt u.a. an der Staatsoper Berlin und Volksoper Wien inszenierte, die Geschichte aus der Perspektive der Füchsin erzählen kann. Und unter der Leitung von Generalmusikdirektor Joseph Trafton wird die anspruchsvolle, dabei eingängige Musik dieses 1924 in Brünn uraufgeführten Werkes zum besonderen Erlebnis, weil hier Moderne und Folklorismus, romantische Oper und Filmmusik eine Mischung eingehen, die Kenner wie Neugierige gleichermaßen in den Bann zieht.
Libretto von Leoš Janáček nach der Geschichte von Rudolf Těsnohlídek, für die deutsche Bühne bearbeitet und übersetzt von Max Brod – in deutscher Sprache mit Übertiteln).


