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Die Orestie

in Stadttheater Augsburg (Hauptgebäude)
Uraufführung/Premiere am 29. September 2018
Mord, Rache und Sühne lauten die zentralen Motive in »Die Orestie«, ein 2500 Jahre altes Stück aus der griechischen Antike mit heutiger Wucht. Aischylos skizzierte die Erfindung eines (vor-)demokratischen Staatswesens, dessen Existenz gegenwärtig von massiven politischen Verschiebungen bedroht erscheint.
© Bühnenbild, Jan-Pieter Fuhr

Das Unheil nimmt seinen Lauf, als der griechische Herrscher Agamemnon seine Tochter Iphigenie opfert, um die Götter auf dem Weg in den Krieg nach Troja gnädig zu stimmen. Das Opfer zeigt zwar den gewünschten Erfolg, doch seine Frau, Klytaimestra, ist davon naturgemäß nicht gerade begeistert. Sehnsüchtig wartet sie auf seine Rückkehr, um ihn aus Rache zu erschlagen. Dies und die Tatsache, dass sie sich mit dem verhassten Onkel Thyest zur Herrscherin über die Stadt erhebt, bringt wiederum ihre beiden Kinder, Orest und Elektra, gegen sie auf. Dabei steht Orest vor dem moralischen Dilemma, den Mord am Vater rächen zu wollen, dafür aber die Mutter umbringen zu müssen. Angestachelt vom aufgebrachten Volk, das die ihm verhasste Herrscherin loswerden möchte, entschließt er sich zur Tat, wird dafür aber zur Strafe von den Erinnyen, den von seiner Mutter geschickten Rachegeistern, verfolgt. Dieser – scheinbar gottgewollten – Spirale von »Tod folgt auf Tod« setzt schließlich die Göttin Athene ein Ende, indem sie eine weltliche Ordnung einsetzt und die Menschen in die Selbstverantwortung entlässt.

Als der Dichter Aischylos im Jahr 458 v. Chr., zwei Jahre vor seinem Tod, mit der Uraufführung seiner Trilogie, die den Weg aus der Blutrache hin zu einer vormodernen Rechtsprechung nachzeichnet, den Siegespreis bei den Dionysien in Athen gewann, konnte er nicht ahnen, dass die Halbwertzeit der attischen Demokratie nur von begrenzter Dauer war und Europa für mehr als 2000 Jahre wieder im Blutsumpf rach- und herrschsüchtiger Despoten versinken sollte. Vor diesem Hintergrund und der sich aktuell immer deutlicher abzeichnenden antidemokratischen Verwerfungen in der Welt, kann uns diese einzige erhaltene Tragödien-Trilogie als mahnende Warnung gelten, unbeugsam für den Erhalt unserer Demokratie einzustehen.

»Die Orestie« ist die erste Regiearbeit des deutsch-polnischen Regisseurs Wojtek Klemm. Er inszeniert regelmäßig in Polen, Deutschland, der Schweiz, Österreich und Israel. Seine letzten Arbeiten entstanden am Deutschen Theater Berlin (»Tigermilch«), an den Münchner Kammerspielen (»1968«) und am polnischen Theater in Toruń (»König Ödipus«).

Mitwirkende

Katrin Kersten(Kostümbild)
Albrecht Ziepert(Komponist/in)
Efrat Stempler(Choreografie)
Lutz Keßler(Dramaturgie)
Sebastian Baumgart(Schauspieler/in)
Linda Elsner(Schauspieler/in)
Gerald Fiedler(Schauspieler/in)
Marlene Hoffmann(Schauspieler/in)
Natalie Hünig(Schauspieler/in)
Anatol Käbisch(Schauspieler/in)
Thomas Prazak(Schauspieler/in)
Katharina Rehn(Schauspieler/in)
Patrick Rupar(Schauspieler/in)
Karoline Stegemann(Schauspieler/in)
Wolfgang Rüter(Schauspieler/in)
Sophie Basse(Schauspieler/in)
Christian Czeremnych(Schauspieler/in)
Daniel Breitfelder(Schauspieler/in)
Sören Wunderlich(Schauspieler/in)
Sandrine Zenner(Schauspieler/in)
Bernd Braun(Dramaturgie)
Moritz Löwe(Komponist/in)
Jil Bertermann(Bühnenbild)
Bettina Werner(Kostümbild)
Rabea Stadthaus(Kostümbild)
Sirko Lamprecht(Lichtdesign)
Male Günther(Dramaturgie)
Carmen Wolfram(Dramaturgie)
Max Schaufuß(Bühnentechnik)
Lucia Bushart(Bühnentechnik)
Tobias Maier(Bühnentechnik)
Andreas Stubenrauch(Bühnentechnik)
Angelika Schmidt(Bühnentechnik)

Spielzeiten

Samstag, 29. September 2018 (Premiere / Uraufführung)
Donnerstag, 04. Oktober 2018
Samstag, 06. Oktober 2018
Samstag, 13. Oktober 2018
Freitag, 26. Oktober 2018
Freitag, 02. November 2018
Sonntag, 18. November 2018
Mittwoch, 05. Dezember 2018
Samstag, 15. Dezember 2018

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