Aron mit sichtbaren Wundern und wohlgesetzter Rede, mit Tanz, Ekstase und dem Goldenen Kalb; während Moses um Ausdruck und Reinheit seiner religiösen Vision ringt, um verzweifelt zu schließen: »O Wort, du Wort, das mir fehlt!« Mit diesem Satz endet die Oper, die Arnold Schönberg mit seinem Tode 1951 nach über zwanzig Jahren der Beschäftigung unvollendet hinterließ. »Moses und Aron« ist ein im besten Sinne herausforderndes Schlüsselwerk des Musiktheaters, ein stilistisch enorm vielschichtiges Werk mit Sprechgesang, gewaltigen Chören und faszinierenden Klangbildern aus polyphonen Stimmführungen, abwechslungsreicher Instrumentation und abgestufter Dynamik.
1957 erlebte »Moses und Aron« seine szenische Uraufführung in Zürich, 1975 seine Erstaufführung in der DDR. Zur Eröffnung der Intendanz von Peter Theiler wird der Katalane Calixto Bieito das Werk szenisch neu deuten. Alan Gilbert, bis 2017 Chefdirigent der New York Philharmonic und ab 2019 des NDR Elbphilharmonie Orchesters, leitet die Staatskapelle Dresden. Und mit Sir John Tomlinson und Lance Ryan stehen zwei Interpreten von Weltrang für die ungleichen Brüder Moses und Aron auf der Bühne.
Dichtung vom Komponisten. In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln.
Hinweis: Zu »Moses und Aron« findet am 3. Oktober 2018 ein Symposium in Semper Zwei statt.


