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Der Widerspenstigen Zähmung

in Schauspielhaus
Uraufführung/Premiere am 31. Dezember 2018
Christopher Schlau wird aus seiner Trunkenheit gerissen und findet sich in einem Fiebertraum wieder, in dem er als Edelmann gilt. Eine Schauspieltruppe tritt auf und erzählt die Geschichte von Widerspenstigen und deren Zähmung, während die Liebe und die Herausforderungen des Heiratsmarktes in Padua thematisiert werden.
© Jana Nowak

In Padua, wo die Geschichte spielt, scheinen auf dem Marktplatz der Liebe besondere Gesetze zu herrschen. Wer hält dort um wessen Hand an? Und wer verhandelt wessen Mitgift? Männer und Frauen spielen ganz andere Rollen als die, die Schlau von ihnen erwartet hätte. Sonst würde die Geschichte sich nämlich so zutragen:

Baptista Minola hat zwei schöne Töchter und eine klare Vorstellung davon, wie sie an den Mann zu bringen sind. Die liebreizende jüngere Tochter scheint ein Juwel unter all den Frauen im heiratsfähigen Alter zu sein, denn zahlreiche Bewerber freien um die sanfte Bianca. Die ältere Tochter Katharina hingegen will sich überhaupt nicht in die Ehe verfrachten lassen. Sie wählt den Angriff. Aufgrund ihrer Schlagfertigkeit, ihrer verbalen wie körperlichen Frontalattacken ist Käthchen in Padua gefürchtet.

Minola beschließt, dass Bianca erst dann heiraten soll, wenn sich auch für Katharina ein Mann gefunden hat. Um Bianca weiterhin nur irgendwie nahe zu kommen, entwickelt die Männerwelt ein komplexes Rollenspiel und setzt bezüglich Katharina alle Hoffnung in einen Mann, der gerade aus Verona eingetroffen ist: Petrucchio. Er hat das widerspenstige Käthchen zwar noch nie gesehen, doch die Schilderungen ihres ungestümen Temperaments und ihrer Mitgift begeistern ihn so sehr, dass er beschließt, sie zu heiraten.

Und so trifft Käthchen zum ersten Mal auf einen Mann, der ihr gewachsen ist. Ebenbürtig sind sich diese beiden Partner in ihrem herausfordernden Humor, in ihrer Lust an der Grenzüberschreitung, doch vor allem in ihrem Widerstand gegen den Rest der Welt, der ihre Liebe schließlich bedingungslos und wirklichkeitsverändernd macht.

Shakespeares frühe Komödie beschreibt die Liebe als ein sadistisches Spiel, das die Geschlechter miteinander treiben, als einen Wert, der mit kapitalistischen Marktmechanismen in Verbindung gebracht wird, aber auch als fieberhaften Traum von einer bedingungslosen Zusammengehörigkeit jenseits gesellschaftlicher Konventionen, der keine Auflösung erfährt. Moritz Sostmann, der in der Spielzeit 2017 / 2018 mit „Sechs Personen suchen einen Autor“ seinen Einstand als Regisseur am Schauspiel Leipzig feierte, inszeniert jenen Traum unter geänderten Vorzeichen der geschlechtlichen Machtverhältnisse.

Mitwirkende

Felix Axel Preißler(Schauspieler/in)
Bettina Schmidt(Schauspieler/in)
Magda Lena Schlott(Schauspieler/in)
Andreas Dyszewski(Schauspieler/in)
Ron Helbig(Schauspieler/in)
Christian Sengewald(Schauspieler/in)
Rike Schuberty(Schauspieler/in)
Alina-Katharin Heipe(Schauspieler/in)
Anna Menzel(Schauspieler/in)
Anne Cathrin Buhtz(Schauspieler/in)

Spielzeiten

Montag, 31. Dezember 2018 (Premiere / Uraufführung)
Sonntag, 13. Januar 2019
Samstag, 19. Januar 2019
Sonntag, 03. Februar 2019
Samstag, 23. Februar 2019
Samstag, 02. März 2019
Sonntag, 17. März 2019
Sonntag, 14. April 2019

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