Richard Wagner steht als Revolutionsphilosoph ganz in Bakunins anarchistischer Schule, wonach alte Ordnungen erst zerstört werden müssen, bevor Neues entstehen kann. Siegfried bricht mit allen Regeln: Institutionalisierte Herrscher werden von ihren lachenden Enkeln demontiert. Die neue Generation zeigt kein Interesse an Macht, doch lässt sie sich leicht instrumentalisieren, wie Wagner schließlich in der „Götterdämmerung“ zeigt.
„Siegfried“, der dritte Teil von Richard Wagners „Ring des Nibelungen“, wird unter der musikalischen Leitung von Axel Kober mit Dietrich W. Hilsdorfs Inszenierung und einer hochkarätigen Sängerbesetzung zur Aufführung gebracht.
Corby Welch zeigt mit seinem Debüt als Siegfried dessen Entwicklung vom furchtlosen Anarchisten zu einem empfindsamen jungen Mann. Es ist seine zweite Rolle im neuen „Ring am Rhein“. Cornel Frey spielt Siegfrieds Ziehvater Mime und überraschte mit seinem fulminanten Rollendebüt. James Rutherford, der Göttervater Wotan, tarnt sich jetzt als Wanderer. Heike Wessels trifft als Brünnhilde auf den jungen Helden Siegfried.
Zweiter Tag des Bühnenfestspiels „Der Ring des Nibelungen“.
Text vom Komponisten. In deutscher Sprache mit Übertiteln.


