Ludwig van Beethoven ist nicht nur für seine zahlreichen Sinfonien bekannt. Eines der bemerkenswertesten Werke des Musikers ist seine einzige Oper »Fidelio«. Die Geschichte um Leonore, die ihren unrechtmäßig inhaftierten Gatten Florestan als Mann verkleidet aus dem Gefängnis befreien will, wurde in erster Fassung 1805 bzw. in der letztgültigen dritten Fassung 1814 in Wien uraufgeführt. An Bedeutung verloren hat die Oper in den mehr als 200 Jahren seit ihrer Uraufführung nicht. Die Ideale Freiheit, Treue und Gerechtigkeit sind in unserem Zeitalter so bedeutend wie eh und je. Beethoven zeichnete mit »Fidelio« eine Utopie, die die Zuschauer berührt.
Opernregisseurin Jasmin Solfaghari möchte zeigen, wie ebendiese Wirklichkeit werden könnte. Als Regiehospitantin bei der legendären »Fidelio«-Inszenierung von Christine Mielitz an der Semperoper Dresden im Herbst 1989 spürte die renommierte Opernregisseurin schon vor gut 30 Jahren, was für eine Wirkung Beethovens Stoff haben kann. Mit »Fidelio« stellt sie sich dem Publikum erstmals als Musiktheaterregisseurin vor.
Die Sängerin Patricia Bänsch wird Leonore, die sich in Männerkleidern als »Fidelio« ins Gefängnis einschleust, verkörpern. Die Sängerin erzielte in der letzten Spielzeit sowohl als Venus als auch als Elisabeth in Wagners »Tannhäuser« große Erfolge. Ihren inhaftierten Gatten Florestan gibt der Gast-Tenor Tobias Haaks, der diese Rolle bereits am Stadttheater Bremerhaven darbot. Die dritte große Rolle des Kerkermeisters Rocco wird von dem langjährigen Ensemblemitglied Stefan Bley verkörpert. Neben weiteren Solistinnen und Solisten singt der mit Gästen verstärkte Opernchor. Es spielt die Neue Lausitzer Philharmonie unter der Leitung von Generalmusikdirektorin Ewa Strusińska.
45 Minuten vor Vorstellungsbeginn findet eine Werkeinführung im Foyer 2. Rang durch unseren Musiktheaterdramaturgen Ivo Zöllner statt.

